Zwei Frauen kandidieren für den «katholischen Regierungsrat»

Mittwoch, 13. November 2019

Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen rechnet im Budget 2020 erstmals seit 2004 mit einem kleinen Ertragsüberschuss von rund 126‘000 Franken. Von sieben Mitgliedern des Administrationsrates (vergleichbar mit dem Regierungsrat) treten zwei zurück.

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Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen rechnet im Budget 2020 erstmals seit 2004 mit einem kleinen Ertragsüberschuss von rund 126‘000 Franken. Von sieben Mitgliedern des Administrationsrates (vergleichbar mit dem Regierungsrat) treten zwei zurück: Administrationsratspräsident Martin Gehrer und Administrationsrätin Elisabetta Rickli-Pedrazzini. Der Jurist Raphael Kühne (St.Gallen/Flawil) wird dem Kollegium zur Wahl als Administrationsratspräsident vorgeschlagen.

Die zwei freiwerdenden Sitze im Administrationsrat werden voraussichtlich von Frauen besetzt. Cornelia Brändli-Bommer, Baufachfrau, engagiert im Kulturbereich und erfahren in kirchlichen Ämtern als ehemalige Kirchenverwaltungsratspräsidentin, Kollegien- und Pfarreirätin, stellt sich für die Region Linthgebiet zur Wahl. Aus der Region St.Gallen wurde Barbara Hächler nominiert. Sie ist ausgebildete Betriebsdisponentin und heute Standortleiterin des Kaufmännischen Verbandes KFMV Ostschweiz. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern bringt Erfahrungen aus kirchlichen wie verschiedenen politischen Ämtern mit. Die weiteren Mitglieder des Administrationsrates stellen sich zur Wiederwahl: Lothar Bandel, Montlingen, Hans Brändle, Flawil, Fridolin Eberle, Bad Ragaz und Margrit Stadler-Egli, Bazenheid. Als Nachfolger von Martin Gehrer wird von der Regionalversammlung Gossau/Untertoggenburg der Jurist Raphael Kühne dem Kollegium als neuer Präsident vorgeschlagen. Er ist seit 2014 im Administrationsrat für das Ressort «Aufsicht und Kirchgemeinden» zuständig. 60 von 180 Kollegiums-Mitglieder (vergleichbar mit dem Kantonsrat) sind das erste Mal an einer Sitzung dabei, sie wurden anlässlich der Gesamterneuerungswahlen im September in ihren Regionen gewählt.

Budget mit schwarzer Null
Der Gesamtaufwand beträgt knapp 84 Mio. Franken. Die prognostizierten Steuererträge 2020 bleiben mit 20,6 Millionen Franken ungefähr auf dem Niveau von 2019. Der budgetierte Ertragsüberschuss hat verschiedene Gründe. In der Katholischen Kantonssekundarschule «flade» wird der erste Jahrgang von Stadtschülerinnen und -schülern kostendeckend durch die Stadt St.Gallen finanziert, was den Finanzhaushalt des Katholischen Konfessionsteils spürbar entlastet. Die Stiftsbibliothek verzeichnete höhere Eintrittszahlen und der Aufwand für den Gebäudeunterhalt Stiftsbezirk wird 2020 kleiner sein. Zusätzliche Aufwendungen werden dagegen für die Caritas St.Gallen-Appenzell budgetiert. Der Globalkredit soll von 1,15 Millionen Franken auf 1,34 Millionen Franken erhöht werden. Bistum und Katholischer Konfessionsteil werden zudem, sofern das Katholische Kollegium zustimmt, die Kommunikation um gesamthaft 100 Stellenprozente stärken. Die sieben Animationsstellen für kirchliche Jugendarbeit (akj) werden künftig mit einem um 200‘000 Franken höheren Beitrag durch den Katholischen Konfessionsteil mitfinanziert und damit die Trägerkirchgemeinden entlastet.

Aus den Reserven wird für 2020 ein Bezug von 15,7 Millionen Franken für die einmalige Übergangsfinanzierung des neuen Finanzausgleichssystems bezogen. Damit werden die den Kirchgemeinden zugesicherten Abschreibungsbeiträge an bauliche Investitionen ausfinanziert.

 

Nebst Budget und Neuwahlen stehen folgende weitere Punkte auf der Tagesordnung des Katholischen Kollegiums:

  • Wahl von zwei Mitgliedern des Stiftungsrates der Pensionskasse der Diözese St.Gallen
  • Wahl eines Vorstandsmitgliedes für den Verein Caritas St.Gallen-Appenzell
  • Wahl von sieben Mitgliedern und aus deren Mitte des Präsidiums der kollegienrätlichen Geschäftsprüfungskommission

Die Sitzung des Katholischen Kollegiums ist öffentlich und beginnt am Dienstag, 19. November 2019, 9.15 Uhr, im Kantonsratssaal, St.Gallen.