GPK-Präsident Jürg Gemeinder startet sein Sabbatical in der Wiborada-Zelle
Montag, 17. August 2026Zum wiederholten Mal ist die Wiborada-Zelle in diesem Jahr prominent besetzt durch eine Vertretung des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen – am Montag, 17. August 2026, mit GPK-Präsident Jürg Gemeinder. Für ihn ist der Tag zugleich der Beginn eines dreimonatigen Sabbaticals. Ganz bewusst will er mit dem Aufenthalt einen Strich unter den hektischen Alltag als IT Unternehmensarchitekt bei einer Grossbank ziehen und sich auf die bevorstehende Auszeit einstimmen. Dabei begleiten ihn viele Zukunftsfragen.
Jürg Gemeinder freut sich auf Besuch am Fenster der Wiborada-Zelle. Bild: Roger Fuchs
«Einfach loslassen, kein Smartphone, keinen Anfruf mit dringenden Fragen, keine Verantwortung für alles, was um mich herum geschieht» – so beschreibt Jürg Gemeinder, Präsident der kollegienrätlichen Geschäftsprüfungskommission, seine Vorfreude auf die Stunden in der Wiborada-Zelle.
Am Montagmorgen war es so weit: Wie die anderen Eintagesinklusen vor ihm öffnete er die Tür zur Zelle, um den Alltag hinter sich zu lassen. Der Zeitpunkt könnte passender kaum sein. Denn mit diesem Tag beginnt für den 60-Jährigen ein dreimonatiges Sabbatical, bei dem er sich bewusst Zeit für den Glauben nehmen will. So sei nebst dem Tag in der Zelle eine Lourdes-Reise geplant. Und auch das Kloster auf Zeit in Disentis will er ausprobieren. «Die Auszeit dauert drei Monate und ich darf wirklich frei wählen, was ich tue», freut sich Jürg Gemeinder.
Als GPK-Präsident bleibt er präsent
Wird angesichts dieser Pläne auch der Katholische Konfessionsteil St.Gallen in den nächsten Monaten ohne GPK-Präsidenten auskommen müssen. Jürg Gemeinder verneint. «Wenn ich drei Monate nicht mehr mitreden könnte, wäre das eine grosse Strafe», meint er augenzwinkernd. «Die Arbeit für den Katholischen Konfessionsteil im Auftrag des Kollegiums ist so spannend, dass ich mir das nicht nehmen lassen möchte.» Es könne zwar sein, dass er die Teilnahme an einer Sitzung ausfallen lassen müsse, ganz sicher sei dies aber noch nicht. «Der Austausch im Team, mit dem Administrationsratspräsidenten, zu dem ich einen sehr guten Draht habe, sowie mit den einzelnen Mitgliedern des Administrationsrats und auch mit dem Verwaltungsdirektor sind stets spannend, herausfordernd und zugleich bereichernd.»
Neue Fragen in der Stille
Als GPK-Präsident ist es sich Jürg Gemeinder gewohnt, kritisch hinzuschauen und auch Dinge zu hinterfragen. In der Stille der Wiborada-Zelle und auch während seines bevorstehenden Sabbaticals will er sich ganz anderen Fragen widmen. Mit 60 Jahren und bereits teilpensioniert führe sein Weg in grossen Schritten in Richtung Ruhestand. Viele Gedanken begleiten ihn dabei: Wie will er künftig mit den immer noch eintreffenden Anfragen aufgrund seines grossen Erfahrungsschatzes umgehen? Und wie schafft er es umgekehrt, mehr Zeit für sich und seine Familie zu gewinnen?
Auch die Familienstruktur verändert sich mit dem Auszug der Kinder. Gleichzeitig möchte Jürg Gemeinder weiterhin für sie da sein und sie unterstützen. Viel Freizeit hat er in der Vergangenheit im Calancatal oder in Schottland verbracht. Wo will er künftig seine Zeit verbringen? Auch dies ist eine der Fragen, die ihn durch die Auszeit begleiten.
Die Stunden in der Wiborada-Zelle sind ein Anfang, ein erster bewusster Schritt, den nötigen Abstand zum Alltag zu gewinnen. Oder wie es Jürg Gemeinder bereits im Vorfeld formulierte: «Einfach loslassen». Wir wünschen gute Erkenntnisse.
Text und Bilder: Roger Fuchs