Bistum und Konfessionsteil St.Gallen stärken Schutz und Prävention mit neuer Struktur

Donnerstag, 13. August 2026

Ein neues Präventions- und Schutzkonzept ist seit 1. August 2026 in Kraft: Bistum und Konfessionsteil schaffen klare Zuständigkeiten, stärken die fachliche Unterstützung und etablieren die Opferhilfe als erste ausserkirchliche Anlaufstelle. Im Zentrum des neuen Präventions- und Schutzkonzepts stehen das Wohl und der Schutz der Menschen sowie ihre seelische, geistige und körperliche Integrität. Um die neue Struktur bekannt zu machen, finden im ganzen Bistum Informationsabende statt.

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Schutz und Prävention haben im Bistum St.Gallen seit über 20 Jahren einen hohen Stellenwert. Mit dem neuen Präventions- und Schutzkonzept, das seit dem 1. August 2026 gilt, werden die bisherigen Massnahmen weiterentwickelt und die Zuständigkeiten neu organisiert. Ziel ist es, Menschen besser für Grenzverletzungen sowie sexualisierte und spirituelle Gewalt zu sensibilisieren und Betroffenen rasch Zugang zu fachlicher Unterstützung zu ermöglichen.

Überarbeitetes Schutzkonzept als Folge der Pilotstudie

Ausgangspunkt für die Überarbeitung des bisherigen Schutzkonzepts war die von der katholischen Kirche in Auftrag gegebene Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Bistum und Konfessionsteil hat das bestehende Schutzkonzept überprüft und eine neue Organisationsstruktur erarbeitet. Die Menschen im Bistum konnten sich im Rahmen einer Konsultation zu den Inhalten einbringen.

Das erste Schutzkonzept des Bistums wurde bereits 2016 lanciert. Seither werden Mitarbeitende und freiwillig Engagierte regelmässig für die Themen Prävention und Schutz sensibilisiert und geschult. Mit der neuen Struktur und dem neuen Konzept leisten Bistum und Konfessionsteil schweizweit Pionierarbeit.

Integrität des Menschen im Zentrum

Im Zentrum des neuen Präventions- und Schutzkonzepts stehen das Wohl und der Schutz der Menschen sowie ihre seelische, geistige und körperliche Integrität. Das Konzept beschreibt die Instrumente für Prävention, Unterstützung und Intervention und ordnet diese in die neue Struktur ein. Menschen, die Übergriffe oder Missbrauch erlebt haben, ebenso wie indirekt Betroffene, Angehörige und Menschen mit Fragen zum Thema, sollen rasch die passende Unterstützung finden. Dafür stehen verschiedene Fachpersonen und Anlaufstellen zur Verfügung.

Klare Zuständigkeiten und neue Anlaufstellen

Mit der neuen Organisationsstruktur werden die Verantwortlichkeiten und Aufgaben klarer geregelt. Konkret ergeben sich folgende Veränderungen:

  • Opferhilfe: Die Opferhilfe wird als erste und ausserkirchliche Anlaufstelle etabliert. Betroffene können sich hier unabhängig von kirchlichen Strukturen beraten und unterstützen lassen.
  • Neue innerkirchliche Struktur: Innerhalb der Kirche bestehen neu eine Meldestelle, eine Untersuchungsstelle und die Seelsorge für Missbrauchsbetroffene. Die neue Struktur ist in beiden Säulen des dualen Systems verankert.
  • Ombudsstelle: Die Ombudsstelle bleibt mit ihrem bisherigen Auftrag bestehen. Nach neun Jahren hat die langjährige Stellenleiterin Katrin Hilber ihr Amt an Alexandra Gloor übergeben. Hier geht es zu einem Interview mit der abtretenden Katrin Hilber.
  • Aufsichtskommission: Die Trägerschaft der neuen Struktur setzt eine Aufsichtskommission ein. Diese ist für die Besetzung und Beaufsichtigung der entsprechenden Stellen zuständig.

Gemeinsam ein sicheres Umfeld schaffen

Um die neue Struktur bekannt zu machen, finden im ganzen Bistum Informationsabende statt. Anhand von Fallbeispielen werden die neuen Zuständigkeiten und Anlaufstellen erklärend vorgestellt. Eingeladen sind Mitarbeitende, Rätinnen und Räte, freiwillig Engagierte sowie weitere Interessierte. Medien sind ebenfalls willkommen; um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Informationsabende

  • Dienstag, 18. August 2026, 19.00 Uhr: Wil
  • Montag, 31. August 2026, 19.00 Uhr: Teufen
  • Dienstag, 8. September 2026, 19.00 Uhr: Jona
  • Donnerstag, 10. September 2026, 19.00 Uhr: Buchs

Auf einen Blick: Anlaufstellen und Kontakte online

Seit dem 1. August 2026 ist eine neue Landingpage von Bistum und Konfessionsteil online. Sie bündelt für Betroffene sämtliche wichtigen Kontakte und Anlaufstellen. Darüber hinaus finden sich dort weiterführende Informationen auf schweizerischer Ebene sowie Links zu Betroffenenorganisationen.

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