Slowenischer Botschafter besucht mit vielen Fragen im Gepäck die Stiftsbibliothek

Mittwoch, 25. Februar 2026

Der seit 2021 amtierende slowenische Botschafter in der Schweiz, Iztok Grmek, hat am Mittwoch, 25. Februar, zum ersten Mal die Stiftsbibliothek besucht. Dabei liess er sich nicht nur in die aktuelle Ausstellung einführen, sondern er brachte auch einen Strauss voller Fragen mit. So erkundigte er sich nach dem ältesten Buch der Stiftsbibliothek ebenso wie nach der Geschichte des heiligen Gallus. Applaus gab es überdies für eine Gesangseinlage.

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Der slowenische Botschafter Iztok Grmek zeigt sich als interessierter Zuhörer gegenüber den Ausführungen von Franziska Schnoor. Rechts ist Administrationsratspräsident Armin Bossart. Bild: rf

Der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Franziska Schnoor von der Stiftsbibliothek oblag die Ehre, wegen einer Abwesenheit des Stiftsbibliothekars den slowenischen Botschafter Iztok Grmek durch den Barocksaal der Stiftsbibliothek zu geleiten. Armin Bossart begrüsste den Gast und seine Begleitpersonen im Namen des Katholischen Konfessionsteils. Ebenfalls anwesend waren Mitglieder der St.Galler Regierung: Regierungspräsident Beat Tinner, Regierungsrätin Bettina Surber und Regierungsrat Marc Mächler.

Schnell zeigte sich: Der Ehrengast wollte nicht nur Informationen zur aktuellen Ausstellung hören, sondern sich auch ganz generell ein umfassendes Bild von der Stiftsbibliothek verschaffen. Dabei erkundigte er sich unter anderem nach dem ältesten vorhandenen Buch. Gleichzeitig interessierte er sich dafür, wer die Bibliothek besuchen darf, wie wichtig all die Dokumente für die Bildung sind und woher Gallus ursprünglich stammt.

Franziska Schnoor skizzierte in aller Kürze die Kloster- und Bibliotheksgeschichte und entlockte dem Botschafter mit der Info zu den ältesten Fragmenten aus der Zeit um 400 ein hörbares «Wow». Zudem führte sie aus, wie sich der irische Wandermönch Gallus vom Bodensee herkommend am Wasserfall bei der Mühleggschlucht niedergelassen hatte. Applaus von den Anwesenden bekam Schnoor, als sie die Antiphon zum Magnificat, die im Mittelalter am Vorabend des Gallusfestes, also am 15. Oktober, in der Vesper gesungen wurde, zum Besten gab. Der Text beginnt auf Lateinisch mit «Venerabilis Gallus» («Der ehrwürdige Gallus»). Heute ist die Antiphon jedes Jahr am Gallusfest in der Pontifikalvesper zu hören.

Nicht nur die Replik des St.Galler Globus, sondern auch die aktuelle Winterausstellung «Wunderkammer Stiftsbibliothek» mit allerlei Kuriositäten – darunter der Strausseneipokal, ein Repräsentationsobjekt und Tafelaufsatz zugleich – liess Iztok Grmek zum eigenen Mobilephone greifen und den Besuch dokumentieren. Mit einem Eintrag im Gästebuch bedankte er sich für die eindrücklichen Einblicke.

Text und Bilder: rf

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