Waldausflug der GPK – Mehr Laubholz für einen klimaresistenten Wald

Montag, 8. Juni 2026

«Den Regenschutz brauchen wir seit Jahren fast nicht mehr», sagt Patrik Schilling, Förster beim Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen. Damit verdeutlicht er bei der diesjährigen Waldexkursion der Geschäftsprüfungskommission (GPK), wie die Forstleute bei der täglichen Arbeit den Klimawandel zu spüren bekommen. Für den Wald des Konfessionsteils bedeutet dies: Mehr diversifizieren, die Umtriebszeiten der Bäume verkürzen und mit einer sauberen Waldwirtschaft dafür sorgen, dass sich Käfer nicht ausbreiten können.

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Förster Patrik Schilling spricht bei der Waldexkursion der GPK über den Klimawandel und die Folgen für den Wald. Bild: Roger Fuchs

Die jährliche Waldexkursion der amtierenden und ehemaligen GPK-Mitglieder des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen hat Tradition. Nach der Besichtigung der aktuellen Ausstellung in der Stiftsbibliothek führte der Weg in diesem Jahr in den Höfrigwald auf Gemeindegebiet von Oberbüren. Ein Grossteil dieses Waldes ist Eigentum des Katholischen Konfessionsteils.

Förster Patrik Schilling sensibilisierte die Anwesenden für den Klimawandel und sprach über Auswirkungen auf den Wald und die Waldwirtschaft. «Auch wenn beim Klimawandel niemand genau weiss, wohin dieser im Endeffekt führt, so ist es unser Ziel, gewappnet zu sein», sagte Schilling. Und mag es auch waldbauliche Richtlinien geben, so sei es dennoch gut, wenn nicht alle den gleichen Weg gehen. «In 100 Jahren sehen wir dann, welcher Förster der Schlauste war», so Schilling augenzwinkernd.

Immer mehr Laubholz

Als Glücksfall bezeichnete Patrik Schilling die Bodenbeschaffenheit des Konfessionsteil-Waldes. Die Böden würden einen hohen Lehmanteil aufweisen und könnten somit das Wasser gut speichern, was angesichts zunehmender Trockenphasen im Sommer ein grosser Vorteil sei. Insbesondere bei Nadelholz sei sowieso der Käfer die fast grössere Gefahr als die Trockenheit. Mit einer sauberen Waldpflege könne jedoch schnell darauf reagiert werden.

Ganz grundsätzlich gibt es für Patrik Schilling in der Waldwirtschaft derzeit ein Zauberwort: Diversifizierung. Das bedeute, die Wälder mit möglichst verschiedenen heimischen Baumarten zu bestücken. Dabei soll insbesondere in Bereichen, in denen das Nadelholz überwiegt, vermehrt Laubholz neu gepflanzt werden. Das Ganze geschieht geordnet und ohne Hauruckübung. In einem Waldabschnitt, in dem aktuell noch Nadelhölzer überwiegen, zeigte Schilling auf Bäume, die gerade richtig in den Wuchs kommen. «Früher liess man Fichten 80 bis 100 Jahre wachsen.» Mit der Absicht der Diversifizierung vor Augen wird die Umtriebszeit der Bäume verkürzt und sie werden bereits nach 60 bis 80 Jahren genutzt.

Nadelholz auf dem Markt beliebter

Eine Krux bleibt: Zwar fordert der Klimawandel zur Diversifizierung, rein wirtschaftlich betrachtet funktioniert das Nadelholz jedoch besser. Fichten und Weisstannen seien sehr geeignet für den Bau, so Patrik Schilling. Die Stämme dieser Bäume seien lang und gerade, das Holz leicht und es trockne gut. Wird Nadelholz für den Bau genutzt, so bleibe das CO₂ weiterhin im Holz gebunden, während es bei der Nutzung als Energieholz wieder freigesetzt würde.

«Vor diesem Hintergrund hat Nadelholz durchaus auch seine Berechtigung», bilanzierte Patrik Schilling. Den richtigen Weg zu finden im Zuge des Klimawandels bleibt also eine Herausforderung und Gratwanderung. Oder um nochmals die Worte von Schilling zu nutzen: In 100 Jahren wird man sehen, wer recht hatte.

Text und Bilder: Roger Fuchs

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