Session des Kath. Kollegiums steht an: Gesetzesanpassungen und Sparmassnahmen
Mittwoch, 10. Juni 2026Die Sommersession des Katholischen Kollegiums am 16. Juni 2026 hat es in sich: Diverse Gesetzesanpassungen stehen im Raum. Sie bilden die Basis zur Umsetzung des neuen Schutzkonzepts zur Wahrung der körperlichen, geistigen und seelischen Integrität. Ebenfalls vorliegend ist eine Teilrevision des Dekrets über den Finanzausgleich, ein Verpflichtungskredit für eine neue Orgel im Musiksaal des Stiftsbezirks und die Antwort auf eine Interpellation. Jahresrechnung und Jahresbericht gilt es zu genehmigen.
Sowohl im Personaldekret als auch im Verwaltungsdekret des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen braucht es gesetzliche Anpassungen. Sie bilden die Grundlage, damit neue Massnahmen in der Prävention sowie in der Erkennung und Ahndung von entsprechendem Fehlverhalten zielgerichtet und wirkungsvoll greifen können. Auf dieser Basis können sodann das von einer paritätisch zusammengesetzten Arbeitsgruppe (Administrationsrat und Ordinariatsrat) erarbeitete Schutzkonzept sowie die dazugehörige Vereinbarung zur Umsetzung des Schutzkonzepts in Kraft gesetzt werden.
Eine weitere gesetzliche Anpassung, die dem Katholischen Kollegium an der Sommersession vorliegt, betrifft das Stipendiendekret. Hier zielt die vorgesehene Anpassung darauf ab, Stipendien oder Darlehen nur noch an die Ausbildung zum kirchlichen Dienst oder für entsprechende Weiterbildungen zu leisten.
Am Sparkurs festhalten, Finanzausgleich reformieren
Zu genehmigen sind vom Parlament ebenso der Jahresbericht und die Jahresrechnung 2025. Diese schliesst besser ab als budgetiert. Statt eines Defizits von rund 1 Million Franken resultierte bei einem Aufwand von 84,7 Millionen Franken ein Minus von gut 24’000 Franken. Unter anderem haben ein tieferer Nettoaufwand bei der flade wie auch höhere Besucherzahlen in der Stiftsbibliothek zu diesem Ergebnis geführt.
Trotz Besserabschluss wird am Sparkurs festgehalten. Dies ist auch im Sinn der GPK. Mittelfristig lasse sich eine ausgeglichene Rechnung nur durch konsequente Sparmassnahmen erreichen, schreibt das Gremium zuhanden des Kollegiums. Es sei richtig, jetzt proaktiv zu handeln.
Eine in sich geschlossene Rechnung bildet der Finanzausgleich, gespiesen aus dem Kantonsbeitrag. Diese Gelder kommen direkt den Kirchgemeinden zugute. Der Finanzausgleich ist jedoch in ein Ungleichgewicht geraten. Gemessen an den heutigen Leistungen sind Einsparungen von rund 4 Millionen Franken vorzunehmen, um die Einnahmen und Ausgaben mittelfristig wieder ins Lot zu bringen. Folglich liegt dem Katholischen Kollegium ein Nachtrag zum Ausgleichsdekret vor. Das Ausgleichssystem wird reformiert. Der Lastenausgleich Personal sowie der Lastenausgleich Liegenschaften sollen komplett gestrichen werden. Das führt zu tieferen Beiträgen an die Kirchgemeinden. Neu einführen will man einen sogenannten Härtefallbeitrag.
Veraltete Orgel ersetzen
Zu befinden hat das Parlament weiter über einen Verpflichtungskredit. Die überalterte und störungsanfällige Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Stiftsgebäude soll ersetzt werden. Vorgesehen ist eine kompakte Orgel mit 20 Registern, drei Manualen, Pedal und moderner Spieltechnik. Kostenpunkt: 770’000 Franken. 220’000 Franken sollen durch Spenden und Beiträge Dritter finanziert werden. Der Administrationsrat beantragt deshalb einen Verpflichtungskredit von maximal 550’000 Franken.
Überdies liegt die Antwort auf eine Interpellation von Kollegienrätin Margrit Hunold-Schoch, Walenstadt-Berschis-Tscherlach, vor. Sie erkundigte sich nach einem detaillierten Verzichtsplan. Ein solcher konkretisiert sich gemäss Administrationsrat im Hinblick auf das Budget 2027. Mit Blick auf die weiteren Planjahre gelte es, rechtzeitig Veränderungsprozesse einzuleiten. Der Administrationsrat spricht von einer Generationenaufgabe, in der es aber noch nicht heute abschliessend auf alle Entwicklungen Antworten gebe.
Für drei Mitglieder wird es die erste Kollegiumssession sein: Carmen Schmücker, Waldkirch; Lars Göldi, Lüchingen; David Fässler, Goldach. Sie ersetzen zurückgetretene Ratsmitglieder. Die öffentliche Kollegiumssession beginnt am 16. Juni um 9.15 Uhr und dauert bei Bedarf über den Mittag hinaus.
Interessierte finden die Unterlagen unter www.sg.kath.ch/sitzungsunterlagen
Text und Bild: rf