Schönfelder veröffentlicht CD mit Orgelmusik aus der St.Galler Kathedrale
Freitag, 6. Februar 2026Zweieinhalb Jahre nach seinem Start als Domorganist von St.Gallen bringt Christoph Schönfelder eine CD auf den Markt, die vollständig in der Kathedrale St.Gallen aufgenommen wurde. Das Album richtet sich sowohl an Touristinnen und Touristen als auch an Orgelliebhaberinnen und -liebhaber. Es macht den Klang der verschiedenen Orgeln des Gotteshauses erlebbar. Schönfelder hat bei der Stückwahl bewusst solche ausgesucht, die reizvoll sind und dennoch nicht den Eindruck erwecken, als habe man sie schon Hunderte Male gehört.
Domorganist Christoph Schönfelder hier an der barocken Chororgel in der Kathedrale St.Gallen. Bild: Roger Fuchs
Wenn Touristinnen und Touristen tagsüber die Kathedrale St.Gallen besuchen, ist es in der Regel still. Viele würden jedoch gerne wissen, wie es klingt, wenn der Domorganist in die Tasten greift. Immer wieder sei dieser Wunsch seit seinem Start in St.Gallen geäussert worden, sagt Christoph Schönfelder. Gemeinsam mit dem Vorstand der Dommusik St.Gallen sei deshalb die Idee gereift, ein Album zu realisieren. Dabei stellte sich auch die konzeptionelle Frage, ob lediglich die grosse Domorgel oder auch die barocke Chororgel berücksichtigt werden soll. «Wir fanden es spannend, gerade auch für Touristen, den Klang beider Orgeln der Kathedrale zu präsentieren», sagt Schönfelder.
Der Albumtitel «Distance & Contrasts» ist bewusst gewählt. «Allein schon die Tatsache, dass ich Stücke nicht nur auf der Hauptorgel, sondern auch auf der historischen Chororgel spiele, markiert einen spürbaren Kontrast», hält Schönfelder fest. Zwischen den Instrumenten lägen 200 Jahre Orgelschichte. Auf der neuen CD stehen die grosse Domorgel und die barocke Chororgel sozusagen in einem Dialog zueinander.
Gleichzeitig war es dem Profimusiker ein Anliegen, innerhalb der über einstündigen Gesamtspielzeit die verschiedenen und unterschiedlichsten Klangfarben der jeweiligen Instrumente zur Geltung zu bringen. Die ausgewählten Stücke zeigen interessante Gegenüberstellungen auf, sind thematisch aber dennoch in weitestem Sinn miteinander verknüpft.
Von Bach geprägt
Den Auftakt bildet die «Toccata und Fuge» von Oskar Sigmund (1919-2008) und stammt aus einer durch Johann Sebastian Bach inspirierten Komposition. Apropos Bach: Seine Werke begleiten Organistinnen und Organisten ein Leben lang. Und so darf er auf der CD natürlich nicht fehlen: «Mit der Partita über den Passionschoral ‹Sei gegrüsst Jesu gütig› spiele ich ein Werk, das sich ideal eignet, die Register und die klanglichen Möglichkeiten der historischen Chororgel zu präsentieren», so Schönfelder.
Die Bachthematik wird sodann in zwei Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) weitergeführt: Auf der Empore mit der grossen Orgel hat Schönfelder die «Paulus Ouvertüre» mit dem Choral «Wachet auf ruft uns die Stimme» eingespielt, direkt darauf folgen auf der Chororgel – im Sinne des instrumentalen Dialogs – Mendelssohns D-Dur-Variationen.
Das Programm führt weiter auf der Hauptorgel mit «Ardennes» des kanadischen Komponisten Bruce Mather, bevor es schliesslich mit der «Rhapsody in Blue», einem der bekanntesten Werke von George Gershwin (1898-1937), zum grossen Finale kommt.
1000 CD’s pressen lassen
Die neue Scheibe des St.Galler Domorganisten Christoph Schönfelder ist ab sofort über die Dommusik St.Gallen erhältlich. Im beigefügten CD-Booklet gibt es zusätzliche Informationen zu den gespielten Werken. «Wir haben insgesamt tausend CD’s machen lassen», sagt Schönfelder.
Bestellungen (10 Franken plus Porto): sekretariat@dommusik.ch
Text und Bilder: Roger Fuchs