Stiftsbezirk St.Gallen: Renovation des Hofflügels mit Bischofswohnung gestartet
Freitag, 22. August 2025Nach dem Auszug des emeritierten Bischofs Markus Büchel haben im Stiftsbezirk St.Gallen die Sanierungsarbeiten im Hofflügel des Stiftsbezirks St.Gallen begonnen. Das Katholische Kollegium (Parlament) bewilligte im November vergangenen Jahres einen Kredit von 2,1 Millionen Franken für die Renovation dieses Gebäudetrakts, in dem sich auch die Bischofsresidenz befindet. Der Katholische Konfessionsteil als Eigentümer der Stiftsgebäude ist gemäss Bulle von 1847 verpflichtet, dem Bischof angemessene Räume zur Verfügung zu stellen.
Der Liegenschaftsverantwortliche Pirmin Koster zeigt im Festsaal den Tunnel, durch den die Handwerker gehen. Bild: Roger Fuchs
Die Sanierung des Hofflügels mit der darin integrierten Bischofswohnung, die als Arbeits-, Repräsentations-, Empfangs-, Besprechungs- und Privatort gilt, umfasst mehrere Punkte: Unter anderem ist der direkt an den Südturm der Kathedrale angrenzende Hofflügel energetisch mangelhaft und im Winter geht viel Heizenergie durch das Dach verloren. Zudem sind die Sanitärleitungen und Elektroinstallationen über alle Geschosse betrachtet sehr alt.
In der Bischofswohnung geht es darum, Wände, Decken, Bodenbeläge sowie historisch wertvolle Mobilien zu erneuern oder zu restaurieren. Erheblicher Sanierungsbedarf besteht, wie auch in den Unterlagen zur Kollegiumssession vom letzten November nachzulesen ist, in den Nasszellen, der Küche, den zwei Gästezimmern und dem Hauswirtschaftsraum. Einiges zu tun gibt es zudem im Dachgeschoss: Dort wird der in die Jahre gekommene Rückzugsort des Bischofs in ein privates Wohnstudio mit drei Zimmern ausgebaut.
Holztunnel führt durch den Festsaal
Der gesamte Zugang zur Bischofswohnung ist vor dem Start der Arbeiten mit Schutzfolien abgedeckt worden, auch in der Wohnung finden sich überall solche, um das historische Mobiliar zu schützen. Durch den repräsentativen Festsaal führt ein Holztunnel, der keinerlei Staub in den Rest des Saals eindringen lässt.
Von der einstigen Küche ist bereits nicht mehr viel zu sehen, die Handwerker haben beim Rückbau ganze Arbeit geleistet. Im Dachgeschoss wird derweil mit Masken gearbeitet, um nicht stundenlang dem Baustaub ausgesetzt zu sein. Auf einigen der nun sichtbaren Balken ist zu sehen, wie auf diesen früher sogar die Höhe der «Meter über Meer» notiert wurde, auch eine alte Zigarrenschachtel kam zum Vorschein. Allenthalben findet man beim Rundgang zum aktuellen Zeitpunkt freigelegte Sanitär- und Elektroleitungen.
Acht Monate Bauzeit
Sämtliche baulichen Massnahmen werden durch die Denkmalpflege des Kantons St.Gallen begleitet. Gemäss dem Liegenschaftsverantwortlichen Pirmin Koster vom Katholischen Konfessionsteil St.Gallen wird mit einer Bauzeit von rund acht Monaten gerechnet, sodass der neue St.Galler Bischof Beat Grögli im Frühjahr 2026 einziehen kann. «Wir sind überzeugt, dass nach der Sanierung die Bischofswohnung die Bedürfnisse für die nächsten Jahrzehnte abdeckt», so Koster.
Text und Bilder: Roger Fuchs