Martinimahl der Stiftung für die Schweizergarde – Neue Kaserne erfordert mehr Geld
Freitag, 14. November 2025Nach zwölfjähriger Absenz hat die Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde am Freitag, 14. November, ihr jährliches Martinimahl – ein Benefizanlass für Unterstützerinnen und Unterstützer der Garde – wieder in St.Gallen durchgeführt. Gemäss Gardekommandant Christoph Graf hat St.Gallen angesichts von 13 Gardisten im Korps einen wichtigen Stellenwert. News zur geplanten neuen Kaserne gab es von Jean-Pierre Roth, Präsident der Kasernenstiftung. Seinen Ausführungen zufolge wird der Bau teurer als 2019 budgetiert.
Nach zwölf Jahren führt die Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde ihr Martinimahl wieder in St.Gallen durch. Bild: Roger Fuchs
Mit jährlich über einer Million Franken unterstützt die Stiftung der Päpstlichen Schweizergarde das Korps und die Gardisten finanziell, materiell und sozial. «Das Ziel unserer Stiftung ist es, die Attraktivität der Garde zu erhalten, damit sich auch weiterhin genügend qualifizierte, junge Menschen für diesen Dienst interessieren und auch möglichst lange dienen», sagte Nationalrat Martin Candinas, seit 1. Juli Präsident der Stiftung, am diesjährigen Martinimahl im Pfalzkeller St.Gallen. Konkret nannte er sechs Bereiche, für die das Geld der Spenderinnen und Spender in den nächsten Jahren eingesetzt werden soll: Aus- und Weiterbildung der Gardisten, Kulturelle Aktivitäten, Wiedereingliederung ins Berufsleben, Unterstützung von Familien und Kindern, Öffentlichkeitsarbeit sowie Produktions- und Instandhaltungskosten der historischen Ausrüstung.
Notwendiger Neubau
Parallel zur Gardestiftung gibt es die im Herbst 2016 gegründete Kasernenstiftung. Ihr alleiniges Ziel ist die Erneuerung der Kasernengebäude sowie der übrigen Infrastruktur-Einrichtungen der Garde. Deren Präsident Jean-Pierre Roth sprach mit Blick auf die heutige Kaserne angesichts der baulichen Mängel von «katastrophalen Zuständen». Nirgendwo in der Schweiz würde man eine solche Kaserne zulassen, so Roth, der mit Bildern die entsprechenden Beweise lieferte. Zugleich zeigte er Pläne des geplanten Neubaus, und er würdigte diesen als «moderne Architektur». Von aussen betrachtet erscheine der Bau auch nicht wie eine Kaserne.
2019 ging man gemäss Budget von Kosten in der Höhe von 45 Millionen Franken aus. Und die Zusagen von Spenderinnen und Spendern blieben nicht aus. 44,7 Millionen Franken hat man mittlerweile beisammen. Doch das Geld wird nicht reichen, wie die Anwesenden erfuhren. Nicht nur das Projekt hat sich seither entwickelt, sondern auch die Inflation hat die Kosten steigen lassen. «Folglich werden wir das Fundraising reaktivieren», sagte Jean-Pierre Roth. Mit welchen Kosten neu gerechnet werden muss, soll an einer Medienkonferenz im Januar kommuniziert werden, wie er am Rande der Veranstaltung auf eine entsprechende Rückfrage kundtat.
In der Schweiz verwurzelt
Gardekommandant Christoph Graf dankte dem Kanton und der Kirche St.Gallen für die stets vielseitige Unterstützung, die man hier erfahren dürfe. «Die Garde ist zwar in Rom zu Hause, doch sie bleibt tief in der Schweiz verwurzelt», so Graf. St.Gallen habe derweil einen ganz besonderen Platz. Mit 13 Gardisten stelle der Kanton einen grossen Teil des heutigen Bestandes. Und überhaupt: St.Gallen sei immer auf den ersten vier Plätzen anzutreffen.
Sodann liess der Gardekommandant das Jahr 2025 – notabene das Heilige Jahr 2025 – Revue passieren, und er informierte über Veränderungen unter dem Pontifikat des verstorbenen Papsts Franziskus, der die Garde stets sehr geschätzt habe. So hat er beispielsweise durchgesetzt, dass die Gardisten den Papst seit 2015 überallhin begleiten dürfen – sei es auf internationalen Reisen, oder auch auf Reisen in Italien.
Auch der neue Papst Leo XIV. ist gemäss Graf der Garde in aufrichtiger Freundschaft verbunden. Insgesamt zählt die Gardekommunität heute rund 190 Personen – dazu gehören nebst Gardisten auch Ehefrauen, Kinder und wie der Kommandant sagte, die «ehrwürdigen Schwestern». Die Stiftung der Schweizergarde trage dazu bei, dass die wachsende Gemeinschaft gute Lebensbedingungen vorfinde und ihre Aufgaben professionell erfüllen könne. «Die Schweizergarde ist nicht mehr nur eine militärische Einheit, sondern eine lebendige Gemeinschaft, eine Familie im Dienst der Kirche», so Gardekommandant Christoph Graf.
Seitens des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen wohnten Administrationsratspräsident Armin Bossart und Verwaltungsdirektor Thomas Franck dem Martinimahl bei. Das Bistum war mit Bischof Beat Grögli vertreten. Der Konfessionsteil hat die Durchführung des Anlasses überdies mit einem finanziellen Beitrag unterstützt.
Text und Bilder: Roger Fuchs