Klosterplatz-Christbaum als Briefmarke – aber ohne beleuchtete Kathedrale
Mittwoch, 12. November 2025
Einmalig: Der Klosterplatz mit dem Christbaum und der Gallusplatz zieren ab sofort die diesjährigen Weihnachtsbriefmarken der Schweizerischen Post. Fotografiert hat die beiden St.Galler Plätze Sandro Reichmuth aus Speicher. Auf Anfrage sagt er, dass er immer wieder fasziniert sei von der Baukunst der Kathedrale. Dass diese auf der Briefmarke jedoch unbeleuchtet ist, hat einen einfachen Grund: Das Foto stammt aus dem Jahr 2022, der Zeit der Energiekrise, als der Katholische Konfessionsteil die Beleuchtung seiner Gebäude reduzierte.
Im Dezember 2024 erhielt Sandro Reichmuth die Anfrage der Schweizerischen Post, Entwürfe für die Weihnachtsbriefmarken einzureichen. Nur drei Fotografen wurde diese Ehre zuteil. In einem schweizweiten, anonymen Voting setzte sich sein Entwurf mit Ostschweizer Wintermomenten durch – darunter das Sujet mit dem Weihnachtsbaum auf dem St.Galler Klosterplatz sowie eines vom Gallusplatz. Weitere Motive stammen aus dem Appenzellerland.
«Der Christbaum auf dem Klosterplatz ist durch die schönen Gebäude, allen voran die Kathedrale, sehr fotogen», sagt Reichmuth, der persönlich keinen engeren Bezug zur Kirche pflegt. Er betont jedoch, dass er das soziale Engagement der Institution schätze. Und immer wieder sei er angesichts seiner Beobachtungsgabe von der Baukunst der Kathedrale mit ihren atemberaubenden Details begeistert. Auch für andere Produkte seiner Firma macht der Fotograf jedes Jahr Bilder vom Klosterplatz, ganz neu sei ein Puzzle mit der Kathedrale.
Doch zurück zu den Briefmarken, denn diese tragen heuer die schönsten Plätze des Weltkulturerbes Stiftsbezirk St.Gallen ins ganze Land hinaus. «Das Foto mit der Weihnachtstanne stammt aus dem Jahr 2022», sagt Sandro Reichmuth und löst mit dieser Antwort sogleich das Rätsel der unbeleuchteten Kathedrale. Wegen der Energiekrise angesichts der weltpolitischen Lage hatten der Katholische Konfessionsteil und die Stadt St.Gallen im Oktober jenen Jahres Energiesparmassnahmen angeordnet. Eingestellt wurde nicht nur die Aussenbeleuchtung, sondern auch die Weihnachtsbeleuchtung beim Gotteshaus war stark reduziert.
Das Foto vom Gallusplatz entstand gemäss Sandro Reichmuth sogar noch früher, im Jahr 2021. Um die weihnachtliche Briefmarkenserie zu gestalten, hat er also tief in sein Fotoarchiv gegriffen. Menschen, die wegen der Briefmarken nun unbedingt die entsprechenden Plätze im Stiftsbezirk mit eigenen Augen sehen wollen, haben sich bislang noch keine beim Fotografen gemeldet. Glückwünsche für die gelungenen Aufnahmen gibt’s jedoch zuhauf. Und auch das Medieninteresse ist derzeit gross.
rf