Beziehungsberaterin im Fokus der aktuellen Kampagne «Ich bin dabei»
Mittwoch, 9. September 2026Die Imagekampagne «Ich bin dabei» von Bistum und Katholischem Konfessionsteil St.Gallen stellt Menschen wie Patricia Matt ins Zentrum. Sie engagiert sich als Beziehungsberaterin für die Katholische Kirche im Bistum St.Gallen und begleitet Paare in ihrem Beziehungsalltag. Im Durchschnitt führt sie mit ihrem Teilzeitpensum um die neun Beratungen pro Woche. Die Fragen und Probleme, mit denen sie konfrontiert wird, sind sehr vielfältig.
Manchmal versteht man die Entscheidungen des Partners nicht, findet keinen Zugang zu den pubertären Kindern oder fühlt sich mit den Sorgen allein gelassen: Nicht immer bietet das Leben einfache Antworten auf schwierige Fragen. Hier hilft Patricia Matt gerne weiter. Die 64-Jährige arbeitet seit drei Jahren als Beraterin in der Beziehungsberatung Ostschweiz, einem Angebot des Bistums St.Gallen, des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen, der reformierten Landeskirche sowie der politischen und kirchlichen Gemeinden.
Als Dachorganisation vereint Beziehungsberatung Ostschweiz vier Beratungsstellen aus den Kantonen St.Gallen und beider Appenzell. Patricia Matt ist eine von 14 Protagonistinnen und Protagonisten der Imagekampagne «Ich bin dabei» von Bistum und Katholischem Konfessionsteil St.Gallen. Die Kampagne zeigt das Engagement der Katholischen Kirche für das Gemeinwohl in der Region auf.
Niederschwellig und für alle da
Patricia Matt ist emotionsfokussierte Paar- und Familienberaterin und klinische Sexologin. Sie arbeitet bei der Ehe- und Familienberatung Sarganserland-Werdenberg und steht Familien, Paaren und Einzelpersonen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite. «Mir ist wichtig, alle, die Hilfe und frischen Schwung suchen, zu unterstützen», sagt Matt. Sie macht ihre Arbeit mit Herzblut. «Ich erlebe meine Arbeit als herausfordernd, als spannend, als komplex.»
Ausgleich sucht sie in der Natur: «In der Freizeit radle ich gerne, wandere, schwimme und geniesse die Meditation und das Leben mit all meinen Sinnen». Dazu passt auch ihr Motto: Körper und Geist verbinden – neue Wege finden. «Mein Herz schlägt für ebensolche Methoden, die Körper und Geist miteinander verbinden.» Über ihre Motivation sagt Matt: «Ich finde es besonders schön, dass ich Prozessbegleiterin sein darf. Dabei unterstütze ich Paare darin, wieder eine liebevolle emotionale und körperliche Nähe miteinander zu erleben, nachdem sie sich in ihren Schutz- und Streitmustern verpasst haben. Mich bewegt, wie es manchen Paaren gelingt, sich im geschützten Beratungsprozess gegenseitig zu verzeihen und wieder Hoffnung füreinander zu spüren.»
Grosse Nachfrage
Patricia Matt arbeitet in einem 50-Prozent-Pensum und bietet durchschnittlich neun Beratungen pro Woche an. Die Dauer dieser Beratungen ist fix: eine Stunde für Einzelgespräche, 1,5 Stunden für Paargespräche und 2 Stunden für Familiengespräche.
«Meine Kollegin und ich sind sehr gut ausgelastet. Die Fragen und Probleme, mit denen sich die Beziehungsberaterin konfrontiert sieht, sind vielfältig: Kann unsere Beziehung nach einer Aussenbeziehung weiter gehen? Schaffe ich es, meinen Partner mit seiner schweren Krankheit in den Tod zu begleiten? Schaffen wir es gemeinsam, die herausfordernden Probleme mit unseren Kindern zu stemmen? Gelingt es uns trotz Eltern-Sein, ein lebendiges Paar zu bleiben? Wir haben unsere Liebe verloren, was jetzt?
Wie Patricia Matt ausführt, kommen Paare teilwiese auch präventiv: «Um einen Beziehungscheck zu machen und gar nicht erst zu viele ungelöste Themen anzustauen.»
Ursprung in klinischen und psychiatrischen Einrichtungen
Zu ihrer jetzigen Tätigkeit kam Patricia Matt als Quereinsteigerin. «Zu Beginn meines Berufswegs war ich in klinischen und psychiatrischen Einrichtungen tätig. Die dort gewonnenen Einblicke in Zustandsbilder und Institutionsstrukturen weckten mein Interesse an ganzheitlichem Verständnis von Gesundheit», sagt sie.
Mit ihrem angesammelten Wissen und viel Engagement baute sie Anfang der 1980er-Jahre die Fachstelle für Sexualfragen im Fürstentum Liechtenstein auf und leitete diese während 16 Jahren. Heute bietet sie ein breit aufgestelltes Beratungs- und Ausbildungsangebot und bietet Coachings und Vorträge.
Seit 2012 leitet sie das Institut für transaktionsanalytische Weiterbildung, Paar- und Sexualberatung, Coaching und Supervision in Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein. Dort begleitet sie Menschen in ihrer persönlichen und professionellen Entwicklung, bildet psychosoziale Beraterinnen und Berater zu Fachpersonen Transaktionsanalyse aus und unterstützt Menschen auch dort, in ihren Arbeits- und Privatbeziehungen wieder aufzublühen.
Kampagne «Ich bin dabei»: Mitarbeitende und ihr wertvolles Engagement im Fokus
Mit der Kampagne «Ich bin dabei» will die Katholische Kirche im Bistum St.Gallen zeigen, wofür sie steht: für Engagement, Verantwortung und Offenheit. Mitarbeitende und freiwillig Engagierte leisten wertvolle Beiträge und bilden den Kit unserer Gesellschaft. Die Kampagne macht stellvertretend für alle einige dieser Menschen sichtbar: Von Beziehungsberaterin Patricia Matt, über Spitalseelsorgerin Vera Rösch bis hin zum freiwilligen Caritas-Mitarbeiter Manfred Eugster oder auch den St.Galler Bischof Beat Grögli – sie alle begegnen uns im Rahmen der Kampagne mit kernigen Fragen auf Plakaten und in Videoclips. Ihre Antwort ist stets die gleiche: «Ich bin dabei». Zusätzlich zu den Plakaten und Videoclips gibt es auch eine Kampagnenwebsite mit Informationen zu den betreffenden Themenfeldern.
Beziehungsberatung im Bistum St.Gallen
Die Katholische Kirche im Bistum St.Gallen engagiert sich aktiv im Bereich der Beziehungsberatung. Die Dienstleistungen der Beziehungsberatung Ostschweiz sind unabhängig von Zivilstand, Alter oder Konfession. Die Dienste stehen allen Einwohnerinnen und Einwohnern der beteiligten Gemeinden offen. Die Beraterinnen und Berater unterstützen Einzelpersonen, Paare und Familien bei der Bewältigung von Beziehungskrisen jeglicher Art. Beratungsstellen gibt es in Altstätten, Appenzell, Sargans und St.Gallen.