«Wer musiziert, verkündet» – Diplome in Kirchenmusik überreicht
Donnerstag, 25. Juni 2026Neun Studierende der Kirchenmusikschulen St.Gallen konnten am Mittwochabend, 24. Juni 2026, ihre Diplome entgegennehmen. Als Festrednerin geladen war Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz. Ausgehend vom Mirjamlied in der Bibel sprach sie über die Bedeutung der Kirchenmusik. Ihre Überlegungen sind für die Reformierte wie auch für die Katholische Kirche gleichermassen relevant. Seitens des Katholischen Konfessionsteils wohnten die Administrationsräte Matthias Wettstein und Hans Brändle der Feier bei.
Die Diplomierten haben allen Grund zum Strahlen. Bild: Roger Fuchs
«Die Kirchenmusikschulen des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen und der Evangelisch-reformierten Kantonalkirche St.Gallen nehmen in der schweizerischen Bildungslandschaft eine besondere Stellung ein», sagte die höchste Reformierte des Landes, Rita Famos, im Rahmen der diesjährigen Diplomfeier in der Schutzengelkapelle St.Gallen. Als einzige Ausbildungsstätten dieser Art würden die beiden Kirchenmusikschulen berufsbegleitende kirchenmusikalische Ausbildungen auf dem Niveau der Höheren Fachschule ermöglichen. «Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunft unserer Kirchen.»
Unterschiedliche Studiengänge
Neun Studierende konnten am Mittwochabend den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung feiern und die ersehnten Diplome entgegennehmen. Verliehen wurden solche in den Kategorien Orgel C und B, Populäre Musik C und B, sowie Kantorengesang und Singleitung C. Das «C» markiert hierbei die Basisstufe, das «B» die Aufbaustufe.
Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, drückte bei der Begrüssung seine grosse Freude darüber aus, heute den besonderen Moment mit den Studierenden feiern zu können. Die musikalischen Beiträge, mit denen die Diplomübergabe bereichert wurde, würdigte er als «Visitenkarten» der verschiedenen Studiengänge.
Musik als Schlüssel zur Zukunft der Kirche
Rita Famos zeigte sich in ihrer Festrede überzeugt, dass Musik die Menschen auf eine Weise erreicht, wie es Worte nicht vermögen. Ausgehend vom Mirjamlied in der Bibel sprach sie über die Wichtigkeit der Kirchenmusik. «Musik öffnet die Herzen. Und wer musiziert, verkündet», so Famos. Die Zukunft der Kirche entscheide sich dort, wo Menschen spüren, dass Glaube nicht nur erklärt, sondern erlebt werden könne. Kirchenmusikerinnen und -musiker würden genau solche Räume schaffen.
Rita Famos motivierte die Diplomierten, ihre Gaben mutig zu nutzen. «Bringen Sie Ihre Kreativität, Ihre Fantasie und Ihre Persönlichkeit ein. Helfen Sie, dass unsere Kirchen fantasievoll, lebendig und vielfältig bleiben.»
Sowohl Rita Famos als auch Martin Schmidt würdigten die Arbeit der Dozierenden. Diesem Lob schloss sich ebenso Helene Agnes Hochreutener an. Die Diplomierte sprach mit Blick zu den beiden Leitern der Kirchenmusikschulen, Xoán Castiñeira von der Diözesanen Kirchenmusikschule (dkms) und Andreas Hausammann von der Evangelischen Kirchenmusikschule (ekms), von einer hohen Fachkompetenz, von der die Studierenden profitierten.
Ein ausgiebiger Apéro rundete die Diplomübergabe ab.
Text und Bilder: Roger Fuchs
Die Diplomierten:
Orgel C: Johanna Kühne, 7000 Chur
Orgel B: Eui-Jeong Kim Maywald, 9325 Roggwil TG / Oksana Kusmina, 8547 Gachnang / David Schmucki, 8500 Frauenfeld
Populäre Musik C: Maryna Soloviova, 9478 Azmoos
Populäre Musik B: Helena Veres, 9425 Thal / Jonas Lutzweiler, 3360 Herzogenbuchsee / Erika Kopf, 6842 Koblach AT
Kantorengesang und Singleitung C: Helene Agnes Hochreutener, St. Gallen