Stiftsbibliothekar Cornel Dora verbringt letzten Juni-Montag in der Wiborada-Zelle

Montag, 29. Juni 2026

Die Kerze in der Wiborada-Zelle flackert, das Tagebuch ist aufgeschlagen, eine freie Seite wartet darauf, vom heutigen Inklusen beschrieben zu werden – und dieser Inkluse kurz vor Monatsende ist niemand geringerer als Stiftsbibliothekar Cornel Dora. Schon Minuten nach seinem Einzug in die Zelle stehen die ersten Gäste bei ihm am Zellenfenster – darunter Generalvikar Sebastian Wetter vom Bistum St.Gallen. Der Katholische Konfessionsteils wird auch in der zweiten Jahreshälfte durch verschiedene Personen in der Wiborada-Zelle vertreten sein.

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Stiftsbibliothekar Cornel Dora nimmt sich am Zellenfenster Zeit für den Besuch: Sebastian Wetter, Generalvikar des Bistums St.Gallen (rechts), mit einer Kollegin aus der Studienzeit. Bild: Roger Fuchs

Nach wie vor läuft in St.Gallen zu Ehren der Heiligen Wiborada das Projekt «Da sein» mit dem Ziel, dass im Jahr 2026 die nachgebaute Wiborada-Zelle bei der Kirche St.Mangen jeden Tag besetzt ist – dies anlässlich von Wiboradas Todestag, der sich in diesem Jahr zum 1100. Mal jährt.

Den letzten Juni-Montag verbringt erneut eine Persönlichkeit aus dem Katholischen Konfessionsteil St.Gallen in der Zelle: Stiftsbibliothekar Cornel Dora. «Ich finde es unglaublich gelungen, wie authentisch mit dieser Zelle an das Leben Wiboradas erinnert wird», fasst er seine Begeisterung für das Projekt zusammen. Doras Ziel als Eintages-Inkluse ist es, die Auszeit für persönliche Ruhe zu nutzen.

Besuch vom Generalvikar und einer Studienkollegin

Viel Zeit für die gewünschte Musse bleibt ihm zunächst allerdings nicht. Noch vor Ankunft des Fotografen steht Sebastian Wetter, Generalvikar des Bistums St.Gallen, zusammen mit Mirjam Wulff am Zellenfenster. Die beiden kennen sich aus der Studienzeit in Rom. «Ich habe das Glück, heute von Sebastian Wetter in St.Gallen herumgeführt zu werden», freut sich Wulff, die kurz zuvor vom Stiftsbibliothekar aus erster Hand mehr zur aktuellen Ausstellung in der Stiftsbibliothek erfahren hat. Diese will sie später auch noch besuchen.

Ob es für Dora noch weiteren Besuch gibt, oder ob er die ersehnte Ruhe später findet, bleibt offen. Fakt ist: Wiboradas Vorbild fand während des ganzen Mittelalters Nachahmerinnen. «Es gibt auch Berichte darüber, dass eine der Inklusinnen nach St.Georgen zügelte, weil es ihr hier in St.Mangen zu viel Betrieb hatte», erzählt Cornel Dora mit einem Augenzwinkern.

Neben der Wichtigkeit Wiboradas für St.Gallen hat die Heilige für den Stiftsbibliothekar auch aus Bibliotheksperspektive eine immense Bedeutung: Ihre Warnung an Abt Engilbert hatte wesentlich dazu beigetragen, dass die Stiftsbibliothek den Ungarnsturm 926 heil überstand. «Als Stiftsbibliothekar ist es für mich deshalb selbstverständlich, einen Beitrag zum Jubiläum zu leisten und wenigstens einen Tag lang ihrer herausfordernden Lebensweise nachzuspüren.»

Weitere Beteiligte aus den Reihen des Konfessionsteils

Der Katholische Konfessionsteil ist verschiedentlich auch in den kommenden Wochen in der Wiborada-Zelle vertreten. Weitere Inklusinnen und Inklusen aus diesen Reihen, die sich noch einschliessen lassen:

  • Cornelia Brändli-Bommer, Administrationsrätin – 11. August 2026
  • Beat Ernst, neuer Verwaltungsfachmann bei der kath. Administration – 12. August 2026
  • Jürg Gemeinder, Präsident der kollegienrätlichen Geschäftsprüfungskommission – 17. August 2026
  • Manuela Mitter, Leiterin der Religionspädagogischen Medienstelle in Altstätten – 21. August 2026
  • Barbara Hächler, Administrationsrätin – 18. September 2026

Text und Bilder: rf

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