Staffelübergabe bei «fadegrad»: Sam de Keijzer übernimmt Ostschweizer Kirchenpodcast
Dienstag, 6. Oktober 2026Die Sozialpädagogin Sam de Keijzer leitet neu den ökumenischen Podcast «fadegrad» der beiden Landeskirchen in St.Gallen und beider Appenzell. Sie übernimmt von Gründerin und Theologin Ines Schaberger, die 2025 für den Podcast mit einem Journalistenpreis ausgezeichnet wurde. Verantwortet wird «fadegrad» von der Kommission für Ökumenische Medienarbeit, die sich aus Mitgliedern beider Landeskirchen zusammensetzt.
«fadegrad»-Team, vlnr: Laurin Flütsch, Ines Schaberger, Elea Goldinger, Sam de Keijzer, Jonas Schönenberger. Foto: Urs Bucher
Warum tun Menschen, was sie tun? Und wie sind sie geworden, wer sie sind? Diesen Fragen geht «fadegrad» seit 2021 nach – direkt und ohne Tabus. Die Theologin und Journalistin Ines Schaberger hat den Podcast entwickelt, ein junges Team aufgebaut und ihn fünfeinhalb Jahre geleitet. 2025 erhielt sie dafür in ihrer Heimat Österreich den Hans-Ströbitzer-Journalistenpreis. Die Jury lobte, dass die Gäste nie Objekt der Berichterstattung werden, sondern Subjekt bleiben.
«Ines Schaberger war und ist ein Glücksfall für die ökumenische Medienarbeit», sagt Roger Fuchs, Präsident der Begleitkommission für Ökumenische Medienarbeit. «Sie hat fadegrad mit viel Engagement und Herzblut aufgebaut. Dafür sind wir ihr äusserst dankbar.»
Ines Schaberger erforscht neu als Wissenschaftlerin die Transformation des Klosterlebens in einem Projekt der Theologischen Hochschule Chur und der Universität Zürich. Dem Podcast bleibt sie als Host verbunden, zudem produziert sie weiterhin den kirchlichen Podcast und Blog «Sternenglanz», der auf spirituell Interessierte zwischen 40 und 60 Jahren fokussiert. «Ich wünsche Sam de Keijzer von Herzen alles Gute und freue mich, dass wir eine so kompetente Person gefunden haben, die fadegrad weiterführt», sagt sie.
Eine Malerin am Mikrofon
Die neue Leiterin kennt «fadegrad» von Grund auf. Sam de Keijzer war Praktikantin bei der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, als sie angefragt wurde, am neuen Podcast mitzuarbeiten. Sie hat ihn mitentwickelt und seither als Host zahlreiche Gespräche geführt. Die gelernte Malerin und Sozialpädagogin im Jugendbereich engagiert sich kirchlich unter anderem als Jungsynodale der reformierten Kirche, in der Redaktionskommission des «Kirchenboten» und als Mitorganisatorin des «Refresh Camp».
Ihr Bild für den Podcast: «Wir sind wie ein Salzstreuer. Wir streuen den Glauben in die Stuben.» Am Kern will sie festhalten: «Unsere Gäste vertrauen uns ihre Geschichte an, mit allen Brüchen und Umwegen – diesem Vertrauen wollen wir gerecht werden.»
Vom Bischof bis zur Schwingerkönigin
Alle zwei Wochen erscheint eine neue, rund 30-minütige Podcastfolge auf Spotify, YouTube und weiteren Plattformen. Zu Gast waren unter anderem Bischof Beat Grögli, der frühere Kapo-Mediensprecher Hanspeter Krüsi und Schwingerkönigin Michelle Kempf. Je nach Thema hören bis zu 2500 Menschen eine Folge, auf YouTube kommen Folgen und Videos auf über 84’000 Aufrufe.
Zum Team gehören zudem Jonas Schönenberger aus Gossau, der in Bern Multimedia Production studiert, Elea Goldinger aus St. Gallen, die Erfahrung in Interviewführung, Website-Betreuung und Social Media mitbringt sowie Laurin Flütsch aus Trimmis GR, der bei toxic.fm in St.Gallen zum Radiomoderator ausgebildet wurde.
Über «fadegrad
«fadegrad» ist der ökumenische Podcast der katholischen und der evangelisch-reformierten Kirchen der Kantone St.Gallen und beider Appenzell.
rf