Katholikenparlament muss über Kredit zur Sanierung des Kathedraldachs entscheiden

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Eines der grösseren Sanierungsprojekte in der Geschichte der St.Galler Kathedrale steht bevor: Das Dach des Gotteshauses muss umfassend saniert werden. Auch die Fassade und die Turmtechnik werden im gleichen Zug instandgesetzt. Die Baukosten werden mit 7,9 Millionen Franken veranschlagt. An der Herbstsession vom 17. November hat das Kath. Kollegium darüber zu befinden. Abzüglich der Beiträge von Dritten und bereits amortisierter Projektierungskosten resultiert für den Konfessionsteil ein Finanzaufwand von 4,2 Millionen Franken. Dieser soll über 25 Jahre abgeschrieben werden.

Blick auf das Dach der Kathedrale mit den Tausenden von Ziegeln. Die Unterkonstruktion dieses Dachs muss dringend saniert werden

Blick auf das Dach der Kathedrale mit den Tausenden von Ziegeln. Die Unterkonstruktion dieses Dachs muss dringend saniert werden. Bild: Roger Fuchs

Die Sanierung des Kathedraldachs in St.Gallen ist einiges aufwendiger als bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus. Zur Umsetzung sind umfangreiche Gerüstarbeiten erforderlich. Dazu muss ein Notdach über der Kathedrale erstellt werden.

Eine besondere Herausforderung stellt das Ausdecken des Dachs dar. Es können nicht einfach auf einer Seite alle Ziegel entfernt werden. Das Gewicht der Gegenseite würde die Kathedrale sonst zur Seite drücken. Mit anderen Worten: Mit der Dachsanierung der Kathedrale steht für den Katholischen Konfessionsteil ein Grossprojekt an, dessen Umsetzung in Etappen erfolgen wird. Möglichst viele der 130’000 historischen Ziegel sollen nach der Ausdeckung, Reinigung, Sortierung und der Instandstellung des Unterdachs wiederverwendet werden.

Eine weitere Herausforderung bildet der zu erwartende Schneefall in den Wintermonaten. Deshalb werden die Arbeiten am Dach von Mitte November bis Ende März eingestellt.

Das Alter setzt dem Dach zu

Ein Grossteil der Dachdeckung besteht seit über 250 Jahren. Diese lange Zeit hat entsprechende Alterungsmängel hinterlassen. Korrodierte Nägel und dadurch nicht mehr formstabile Dachlatten führen dazu, dass sich Dachziegelreihen lösen. Die laufenden Unterhaltsarbeiten wurden in den letzten Jahren immer aufwendiger, weshalb nun eine vollständige Dachsanierung geplant ist.

Das Projekt beinhaltet die Instandsetzung der gesamten Dachdeckung der Kathedrale. Gleichzeitig soll das notwendige und vollflächige Fassadengerüst, welches für das Notdach zwingend ist, auch für Instandstellungsmassnahmen an der Fassade und bei den Türmen genutzt werden. Damit kann der aktuelle Zustand erhalten und weiteren Schäden vorgebeugt werden. Die letzte grosse Aussensanierung liegt knapp 25 Jahre zurück und fand von 2000 bis 2003 statt. Seither haben Witterungseinflüsse der Aussenhülle der Kathedrale St.Gallen fortwährend zugesetzt.

2,5 Jahre Bauzeit

Läuft alles nach Plan, sollen die Sanierungsarbeiten im Herbst 2027 mit dem Aufstellen des Gerüsts beginnen. Voraussichtlich im Frühjahr 2030 wird alles abgeschlossen sein. Es wird mit Baukosten in der Höhe von 7,9 Millionen Franken gerechnet.

Der Denkmalpflegebeitrag von Bund und Kanton beläuft sich auf 2,5 Millionen Franken. Weitere knapp 0,5 Millionen Franken trägt die Katholische Kirchgemeinde St.Gallen bei, und 350’000 Franken will man aus dem Renovationsfonds der Kathedrale nehmen. Eine weitere halbe Million soll über Fundraising generiert werden. Dieses Fundraising ist gemäss Verwaltungsdirektor Thomas Franck enorm wichtig. «Nur so ist der Finanzaufwand für diese Grossinvestition tragbar», sagt er.

Unter dem Strich bleibt sodann für den Katholischen Konfessionsteil St.Gallen eine Netto-Schuld von 4,2 Million Franken, die man über 25 Jahre linear abschreiben will. Dies entspricht einer jährlichen Abschreibung von 168’600 Franken, die über die Zentralsteuer finanziert wird.

Fazit

Die Dachsanierung der St.Galler Kathedrale ist weit mehr als ein Bauprojekt. Das Dach der Kathedrale schützt ein Bauwerk von unschätzbarem kulturellem, religiösem und historischem Wert. Die Kathedrale hat für viele Menschen weit über die Stadt St.Gallen hinaus Bedeutung. Jetzt saniert der Konfessionsteil das Dach ganz nach dem Motto: Ein starkes Dach für ein starkes Erbe.

Text und Bild: Roger Fuchs

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