Kasernenneubau für Schweizergarde wird 25 Millionen Franken teurer
Donnerstag, 19. Februar 2026Was Jean-Pierre Roth, Präsident der Kasernenstiftung der Schweizergarde, im vergangenen November im Rahmen des Martinimahls im Pfalzkeller St.Gallen ankündigte, ist nun schwarz auf weiss belegt: Die Erneuerung der Kasernengebäude für die Schweizergarde wird teurer – einiges teurer. Gemäss einer aktuellen Mitteilung der Kasernenstiftung geht man neu von 70 Millionen Franken statt wie bisher von 45 Millionen Franken aus. Auch der Abschluss der Arbeiten wird sich verzögern und ist neu für Ende 2029 vorgesehen.
Jean-Pierre Roth, Präsident der Kasernenstiftung, bei seiner Rede im Pfalzkeller im November 2025. Bild: Roger Fuchs
Die Erneuerung der Kaserne für die Schweizergarde gleicht einem Mammutprojekt. Beim Martinimahl vom vergangenen November im Pfalzkeller St.Gallen begründete Jean-Pierre Roth, Präsident der Kasernenstiftung, die Notwendigkeit der Arbeiten. Er sprach mit Blick auf bauliche Mängel von «katastrophalen Zuständen».
Schon damals tat Roth kund, dass das bisherige Budget von 45 Millionen Franken nicht reichen werde. Nicht nur das Projekt habe sich seit 2019 entwickelt, sondern auch die Inflation habe die Kosten steigen lassen. Konkrete Zahlen wurden damals noch nicht genannt, jetzt liegen sie vor: Demnach geht man nun von Baukosten in der Höhe von 70 Millionen Franken statt wie bisher von 45 Millionen Franken aus.
Baupreise schossen in die Höhe
Insbesondere der Anstieg der Baupreise in Rom – 33,5% gegenüber 15% in der Schweiz – belaste das Budget erheblich, heisst es in einer Medienmitteilung. Zudem kam es zwischen dem ursprünglichen Projekt von 2019 und der endgültigen Version von 2025 zu wesentlichen Änderungen. Und es gibt neue technische Auflagen. Um die zusätzlichen Gelder aufzubringen, hofft man erneut auf die Grosszügigkeit der Schweizer Spenderinnen und Spender. Zudem soll die Mittelbeschaffung auf die Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Italien sowie auf die USA ausgeweitet werden. Die Sicherheit des Heiligen Vaters betreffe nicht nur die Schweiz, heisst es in der Begründung der Kasernenstiftung.
Das Katholische Kollegium des Kantons St.Gallen hat bereits an seiner Novembersession im Jahr 2020 insgesamt 1,5 Millionen für die Kaserne der Schweizergarde in Rom gesprochen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Steuergelder, sondern um Gelder aus einem Fonds. Ausbezahlt wird der Kredit erst nach Vorliegen der Baubewilligung.
Details zum Bauprojekt
Die neue Kaserne soll statt der derzeitigen drei Stockwerke deren fünf umfassen, die Italien zugewandte Fassade der Kaserne will man erhalten. Konkret sollen 81 Einzelzimmer und 18 Doppelzimmer für die Hellebardiere, 11 Einzimmerwohnungen für unverheiratete Unteroffiziere und 21 Wohnungen für Familien geschaffen werden. Im Erdgeschoss und im Untergeschoss entstehen Büros, Gemeinschaftsräume und Lagerräume. So entsteht ein Lebensraum, in dem die gesamte Garde in der Kaserne untergebracht werden kann, während sie heute teilweise über die Stadt Rom verstreut ist.
Hier zu aktuellen Medienmitteilung der Kasernenstiftung.
Text und Bild: rf