Jahresrechnung des Katholischen Konfessionsteils SG schliesst mit roter Null

Donnerstag, 23. April 2026

Nach dem letztjährigen Millionendefizit sieht die Jahresrechnung 2025 des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen wieder besser aus: Unter dem Strich resultiert bei einem Aufwand von knapp 85 Millionen Franken ein Minus von 24'000 Franken. Budgetiert war Ausgabenüberschuss von einer Million. Der Administrationsrat nimmt das Rechnungsergebnis erfreut zur Kenntnis. Dennoch hält er angesichts der Kirchenaustritte am Sparwillen fest. Ein zweites Sparprogramm folgt mit dem Budget 2027.

Symbolbild Jahresrechnung Konfessionsteil

Auch wenn die Jahresrechnung 2025 des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen deutlich besser abschliesst als budgetiert, wird am Sparwillen festgehalten. Bild: KI

Statt des budgetierten Defizits von gut einer Million Franken nur einen Ausgabenüberschuss von 24’000 Franken in der Jahresrechnung 2025 verkraften zu müssen, konnte beim Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen nicht erwartet werden. Es ist insbesondere auf zwei Faktoren zurückzuführen, die nicht vollumfänglich im Einflussbereich der Exekutive liegen. Einerseits schliesst der Schulbetrieb der flade, weil unter anderem zwei Klassen weniger geführt wurden, eine halbe Millionen Franken besser ab – andererseits wurden bei der Stiftsbibliothek St.Gallen 16’000 Besucherinnen und Besucher mehr verzeichnet. Ergo liegt der Nettoaufwand der Stiftsbibliothek 430’000 Franken unter Budget.

Hinzu kommt eine sparsame Ausgabenpolitik, sodass nicht alle Kredite ausgeschöpft wurden. Überdies liegen der Personal- und Sachaufwand unter Budget. Dank des guten Ergebnisses konnten die Reserven geschont werden.

Zentralsteuerbeitrag hat sich stabilisiert

«Die Rechnung kann als ausgeglichen bezeichnet werden, was sehr erfreulich ist», sagt Verwaltungsdirektor Thomas Franck. Mit Blick auf die Zentralsteuer, die Haupteinnahmequelle für den allgemeinen Haushalt, hält er fest, dass man hier im Vorjahr einen Einbruch verkraften musste. Umso erfreulicher sei, dass sich der Steuerertrag stabilisiert habe und sogar leicht gewachsen sei. Konkret lag der Zentralsteuerertrag 420’000 Franken höher als noch in der Rechnung 2024, was allerdings hauptsächlich auf Nachzahlungen zurückzuführen ist.

Zweite wichtige Einnahmequelle bildet der Beitrag des Kantons an den Finanzausglich zugunsten der Kirchgemeinden. Dieser fiel mit 21 Millionen Franken gut, aber 2,7 Millionen Franken tiefer aus als budgetiert.

Zweites Sparprogramm folgt

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten, des stagnierenden Zentralsteuerertrags und der stark defizitären Finanzausgleichsrechnung wird der Administrationsrat an seinem Sparwillen festhalten. Im Hinblick auf das Budget 2027 wird er dem Katholischen Kollegium ein zweites Sparprogramm vorlegen.

Ziel der Exekutive ist es, das Budget 2027 ausgeglichen zu gestalten, ebenso den Finanzplan 2028 bis 2033. Administrationsratspräsident Armin Bossart und Verwaltungsdirektor Thomas Franck halten hierzu in einem Schreiben an die Verantwortlichen beim Konfessionsteil fest, dass alle Institutionen gefordert seien, einen Sparbeitrag zu leisten und Wünschbares vom Notwendigen zu trennen. Punktuell wird es auch mit Verzichten verbunden sein.

Studie in Auftrag gegeben

Um für die weiteren Planungen verlässliche Grundlagendaten bezüglich Mitgliederentwicklung zu haben, hat der Administrationsrat zusammen mit dem Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen eine Prospektivstudie zur Entwicklung der Mitgliederzahlen und zu den Steuererträgen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis wird im Herbst erwartet.

Text: Roger Fuchs
Symbolbild: KI

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