«Ich bin dabei»-Protagonistin Vera Maria Rösch spendet Trost am Spitalbett
Freitag, 2. Oktober 2026Die Imagekampagne «Ich bin dabei» von Bistum und Katholischem Konfessionsteil St.Gallen stellt Menschen wie Vera Maria Rösch ins Zentrum. Sie engagiert sich als Spitalseelsorgerin für die Katholische Kirche und steht dabei Patientinnen, Angehörigen und Mitarbeitenden zur Seite. «Unser grosses Privileg ist Zeit. Wir bringen Zeit und offene Ohren mit», sagt Vera Maria Rösch. Kommt sie angesichts der Schicksale selbst an Grenzen, hilft ihr das Anzünden einer Kerze in der Kirche.
Vera Maria Rösch lächelt auf dem Plakat. Neben ihrem Gesicht prangt der markante Spruch «Wildfremde Menschen am Spitalbett trösten?» «Ich bin dabei.». Vera Maria Rösch ist eine von 14 Protagonistinnen und Protagonisten der Imagekampagne «Ich bin dabei» des Bistums St.Gallen und des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen. Diese soll das Engagement der katholischen Kirche für das Gemeinwohl sichtbar machen.
Vera Maria Rösch übernimmt innerhalb der Kirche eine sehr wichtige, wenn auch nicht immer einfache Arbeit: Die 47-Jährige begleitet als Spitalseelsorgerin Patienten/innen, Mitarbeitende und Angehörige. «Wenn immer jemand Unterstützung oder ein Gespräch sucht, sind wir da», so Vera Maria Rösch. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern sind Spitalseelsorgerinnen und -seelsorger in der Schweiz kirchlich beauftragt. Als Fachpersonen für Spiritualität setzen sie sich innerhalb des Gesundheitswesens für die Patientinnen und Patienten und deren Bedürfnisse ein und schaffen Räume, in denen sich Menschen mit existenziellen Erfahrungen und Fragen auseinandersetzen können.
Niederschwellig, nah und für alle
Seelsorgerische Begleitung in Form von Gesprächen, Gebeten oder kleinen Ritualen kann in schwierigen Situationen die Zuversicht und Hoffnung stärken oder helfen, sich mit belastenden Situationen auseinanderzusetzen und Ressourcen zu aktivieren. Die katholische Kirche im Bistum St.Gallen setzt sich seit langem aktiv im Bereich der Klinikseelsorge ein. Vera Maria Rösch arbeitet seit 2017 für das Bistum St.Gallen, seit Anfang 2024 ist sie an der Hirslandenklinik Stephanshorn in St.Gallen als Spitalseelsorgerin tätig.
Einen fixen Tagesablauf hat sie nicht. Sie und die anderen Seelsorgenden sind da, wenn ihre Dienste gebraucht werden. Niederschwellig, nah und für alle – unabhängig von Konfession, Religion oder Weltanschauung. Die Spitalseelsorgenden orientieren sich in der Begleitung Erkrankter an deren kultureller, religiös-spiritueller und biografischer Prägung.
Teilweise haben die Patientinnen und Patienten konkrete religiöse Anliegen wie eine Krankenkommunion, Krankensalbung oder eine Segnungsfeier. Andere wünschen sich einfach ein offenes Ohr. «Wir nehmen achtsam existenzielle Themen wahr und versuchen, auf diese je nach Person und Situation einzugehen. Manchmal kommen wir über Umwege zum Kern, weil ein Menschen Zeit braucht, sich zu öffnen. Wenn ein Seelsorgegespräch überhaupt ein Ziel hat, dann vielleicht, den Menschen – ganz unabhängig von seiner Erkrankung – als Mensch zu sehen und ihn oder sie zu stärken, Ressourcen zu aktivieren», so Vera Maria Rösch. Helfen im eigentlichen Sinne könne sie nicht. «Ich kann zunächst einfach nur zuhören. Manchmal kann ich den Patienten unterstützen, um Gedanken, Themen oder Ängste zu sortieren. Unser grosses Privileg ist Zeit. Wir bringen Zeit und offene Ohren mit.»
Angehörige und Patienten begleiten und Situationen aushalten
Spitalseelsorgende sind immer wieder mit dem Tod konfrontiert. Kinder sterben bei der Geburt, fitte Mittdreissiger erhalten die Nachricht einer unheilbaren Krankheit. Patienten, die aufgrund einer chronischen Erkrankung länger begleitet werden, sterben. Diese Gespräche und Kontakte sind für Vera Maria Rösch sehr intensiv und eindrücklich. «Es berührt mich immer wieder, Menschen auch auf ihrem letzten Weg zu begleiten, mit Angehörigen im Gespräch zu sein und manchmal einfach nur an einem Bett zu sitzen und die Situation mitauszuhalten», sagt sie.
«Wenn ich selbst an meine Grenzen komme, hilft es mir, in der Kirche eine Kerze anzuzünden, die Lebensschicksale ‹wie zu übergeben› und ins Gebet miteinzuschliessen.» Auch wenn die Tage manchmal herausfordernd sind: Vera Maria Rösch ist mit Leidenschaft Spitalseelsorgerin und liebt ihre Arbeit. «Weil ich für Menschen in schwierigen Situationen da sein kann und weil es für uns als Kirche ein guter Ort ist, um unsere christliche Botschaft und eine dem Menschen zugewandte Haltung zu leben.»
Kampagne «Ich bin dabei»: Mitarbeitende und ihr wertvolles Engagement im Fokus
Mit der Kampagne «Ich bin dabei» will die Katholische Kirche im Bistum St.Gallen zeigen, wofür sie steht: für Engagement, Verantwortung und Offenheit. Mitarbeitende und freiwillig Engagierte leisten wertvolle Beiträge und bilden den Kit unserer Gesellschaft. Die Kampagne macht stellvertretend für alle einige dieser Menschen sichtbar: Von Spitalseelsorgerin Vera Maria Rösch über Beziehungsberaterin Patricia Matt, bis hin zum freiwilligen Caritas-Mitarbeiter Manfred Eugster oder auch dem St.Galler Bischof Beat Grögli – sie alle begegnen uns im Rahmen der Kampagne mit kernigen Fragen auf Plakaten und in Videoclips. Ihre Antwort ist stets die gleiche: «Ich bin dabei». Zusätzlich zu den Plakaten und Videoclips gibt es auch eine Kampagnenwebsite mit Informationen zu den betreffenden Themenfeldern.