«Ich bin dabei»-Protagonistin Ute Latuski setzt sich für die Würde am Lebensende ein

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Die Imagekampagne «Ich bin dabei» von Bistum und Katholischem Konfessionsteil St.Gallen stellt Menschen wie Ute Latuski ins Zentrum. Sie engagiert sich als Leiterin der ökumenischen Fachstelle «BILL – Begleitung in der letzten Lebensphase» in der Kirche. Die Fachstelle schult Experten, Freiwillige und Angehörige. Ute Latuski wurde selbst früh mit dem Tod konfrontiert. Ihre Arbeit ist für sie untrennbar mit der Frage der Wertschätzung gegenüber Menschen verbunden. Ihr Porträt folgt bewusst vor Allerheiligen, dem Gedenktag an die Verstorbenen.

Kampagnenplakat Ute Latuski

«Die Frage, die mich umtreibt, ist immer: Wie kann ich vulnerable Menschen wertschätzend und würdig begleiten», sagt Ute Latuski. Seit 2022 leitet sie die ökumenische Fachstelle «BILL – Begleitung in der letzten Lebensphase», die vom Bistum St.Gallen, vom Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen sowie von der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen getragen wird. Die Fachstelle unterstützt Freiwillige, Fachpersonen und Angehörige mit Kursen, Schulungen und Beratungen in den Bereichen Abschied und Trauer. «Wir möchten Menschen befähigen, anderen in der letzten Lebensphase würdevoll beizustehen.» Als Fachstellenleiterin von BILL ist Ute Latuski Teil der aktuellen Kampagne «Ich bin dabei» von Bistum und Konfessionsteil.

Schulung der Freiwilligen als Hauptaufgabe

Ute Latuski hat eine Zusatzausbildung in Palliative Care absolviert und sich in den vergangenen Jahren mehrfach im Bereich Seelsorge und Beratung weitergebildet. Als Fachstellenleiterin von BILL arbeitet sie mit dem Palliativen Brückendienst (PBD) im Projekt Ambulante Spiritual Care zusammen, das schwer kranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen mit einem seelsorgerisch-spirituellen Angebot unterstützt. Ein grosser Teil der Arbeit von Ute Latuski besteht darin, Freiwillige zu schulen. «Über 80 Prozent der Carearbeit leisten Freiwillige. Oft sind es Angehörige.» So würden Kinder nicht nur pflegende Funktionen übernehmen, sondern sich beispielsweise auch um die Finanzen der Eltern kümmern. «Die An- und Zugehörigen sind eine riesige Gruppe, die in der Gesellschaft oft unsichtbar ist», so Ute Latuski.

Anderes Bild eines Menschen zeigen

Ute Latuski ist reformierte Pfarrerin, ihre Büroräumlichkeiten hat sie in den Räumen des Bistums. Die ökumenische Ausrichtung der Fachstelle schätzt die 50-Jährige. «Es spielt keine Rolle, ob diese Themen von der katholischen Kirche oder der evangelischen Kirche behandelt werden. Sie gehen schlicht alle Menschen etwas an.» Für Ute Latuski ist ihre Arbeit untrennbar mit der Frage der Wertschätzung gegenüber den Menschen verbunden. «Es geht darum, wie wir Menschen begegnen und welches Menschenbild wir haben. Es sind existenzielle Fragen und grundsätzliche Haltungsfragen.» Ute Latuski ist überzeugt: Gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft kann die Kirche ein anderes Bild des Menschen zeichnen. «Die Kirche kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Würde eines Menschen nicht nur durch die Leistung und Gesundheit definiert wird. Wir müssen den Menschen als Menschen sehen, und nicht nur seine Leistungen oder das, was er zu leisten im Stande ist.»

Arbeit als Bereicherung

Der Alltag der Fachstellenleiterin ist bepackt mit endlichen – für viele Menschen unschönen – Themen, wie Leiden und Sterben. Für Ute Latuski selbst ist dies eine Bereicherung. Sie nennt sie ihre ‹Lebensaufgabensthemen›. Selbst wurde sie früh mit dem Tod konfrontiert: Als sie acht Jahre alt war, starb ihr Schulfreund an Leukämie. Das hat geprägt. «Irgendwie hat mich das Thema Tod seitdem begleitet.» Ute Latuski spricht von «Schwerem» und Leichtem» während der Arbeit – wobei das Positive überwiegt: «Es ist wunderschön, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.»

Mehr zur Kampagne «Ich bin dabei» gibt es auf der dazugehörigen Kampagnenwebsite.


Fachstelle BILL – Begleitung in der letzten Lebensphase
Schwer kranke und sterbende Menschen sollen in Würde leben und Abschied nehmen können. Sie in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten, ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Angehörige, Freiwillige sowie Personen und Institutionen im pflegerischen Bereich, die Mitmenschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, finden bei der ökumenischen Fachstelle BILL – Begleitung in der letzten Lebensphase verschiedene Bildungsangebote. Das Angebot ist unabhängig von Konfession, Religion und Weltanschauung.

 

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