Handwerksleute bestaunen ihr eigenes Werk – das sanierte Bischofshaus
Freitag, 1. Mai 2026Um die siebzig Handwerkerinnen und Handwerker, die an der Sanierung des Bischofshauses in St.Gallen beteiligt waren, haben sich am Donnerstagabend zu einer Schlussveranstaltung direkt im Bischofshaus eingefunden. Viele sahen dabei selbst zum ersten Mal das fertige Bauwerk. Sowohl seitens der Eigentümerschaft, dem Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, als auch seitens des Bischofs durften die Fachleute Lob und Dank entgegennehmen – und ein Nachtessen geniessen.
Sie alle waren an der Sanierung des Bischofshauses beteiligt. Foto: Roger Fuchs
Neun Monate lang wurde im Bischofshaus gehämmert, gebohrt, herausgerissen, installiert, angeschlossen, verschraubt, verputzt, gestrichen und gereinigt. Seit März arbeitet und wohnt der St.Galler Bischof Beat Grögli im sanierten Bischofshaus. Und er ist begeistert. «Es ist schön, praktisch und wieder für viele Jahre nutzbar», sagte er anlässlich des Schlussevents mit den Handwerkerinnen und Handwerkern am Donnerstagabend.
Armin Bossart, Präsident des Administrationsrats beim Katholischen Konfessionsteil St.Gallen, verglich die Bauzeit mit einer neunmonatigen Schwangerschaft. Alles beginne unsichtbar und wachse Schritt für Schritt. Nicht jeder Tag sei einfach. Irgendwann aber halte man Reales in Händen. Genau so sei es auch in diesem Fall gewesen. «In den neuen Monaten wurden aus Plänen Räume, aus der Arbeit Substanz und aus vielen Handgriffen etwas Ganzes. Und auf dieses Ganze blicken wir heute mit Stolz.»
Bossart würdigte das Fingerspitzengefühl und die Sorgfalt, mit der die Fachleute den historischen Gegebenheiten begegnet sind. Alle hätten mit Respekt gearbeitet – mit Respekt vor der Geschichte des Hauses. Zugleich habe man den Mut gehabt, das Haus in die Gegenwart zu führen und die Geschichte weiterzuschreiben. «Sie haben dem Bischofshaus eine Zukunft gegeben», so Armin Bossart.
Auch während der Bauzeit war Bischof Beat Grögli regelmässig auf der Baustelle anzutreffen – aus Interesse, aber auch, weil es immer etwas zu lernen gebe. «Bestimmt haben wir während der Bauphase auch viel Beistand von oben gehabt», sagte er. Anschliessend führte er die Handwerkerinnen und Handwerker in drei Gruppen durch das Bischofshaus. Dabei wurden allerlei Details entdeckt, diskutiert und gewürdigt – später auch bei Wein, Bier und einem feinen Abschlussessen. Die Freude, an einem so bedeutenden Ort mitgewirkt zu haben, war deutlich spür- und hörbar. Und es machte den Abend zu einem stimmigen Abschluss eines gemeinsamen Werks.
Text und Bilder: Roger Fuchs