Ex-«fadegrad»-Host Gabriel Imhof erzählt von seinem Freiwilligeneinsatz in Tansania

Dienstag, 29. September 2026

Seit über 25 Jahren ermöglicht Voyage-Partage Freiwilligeneinsätze in sozialen und kirchlich getragenen Projekten auf der ganzen Welt – auch der Katholische Konfessionsteil St.Gallen unterstützt Voyage-Partage regelmässig. Doch was erlebt man bei einem solchen Einsatz? Erstmals erzählt auf den Konfessionsteil-Kanälen ein Teilnehmer davon: Gabriel Imhof, früher Host in der Sendung «fadegrad» von der ökumenischen Medienarbeit St.Gallen.

Gabriel Imhof mit zwei Mitgliedern des Kirchenchores – Richard (Bass) und Gilles (Tenor). Bild: zVg.

Gabriel Imhof mit zwei Mitgliedern des Kirchenchores – Richard (Bass) und Gilles (Tenor). Bild: zVg.

Es sind intensive Wochen, die so einen Freiwilligeneinsatz umrahmen. Die Vorbereitungen sowie die Rückkehr können turbulent sein. Dank der Begleitung durch Voyage-Partage, einem Verein der Freiwilligeneinsätze vermittelt, wurde der ausgebildete Religionspädagoge Gabriel Imhof darauf vorbereitet: Wochenenden mit vielen Inputs und Erfahrungsberichte, aber auch Einzelgespräche gehören dazu.

Doch was führte den 35-jährigen Ostschweizer ins Zentrum Afrikas? «Ich wollte mich herausfordern, im Glauben wachsen und einer anderen Kultur begegnen. Zudem hatte ich nach vier Jahren Studium am Religionspädagogischen Institut RPI Luzern den Drang, einmal aus dem Schweizer Kontext auszubrechen». Die letzten zwei Jahre seiner Ausbildungszeit arbeitete er in der Seelsorgeeinheit Zentrum, wo er unter anderem im Riethüsli Religionsunterricht, Jugendarbeit und Katechese leistete.

Willkommen im Kloster

Am 20. Januar 2026 startete die Reise über Adis Abeba nach Dar Es Salaam, der Hauptstadt Tansanias. Ein Inland-Flug brachte den Volontär in den Westen des Landes, nahe dem Tanganika-See. Dort hiessen ihn die Missionsbenediktiner willkommen. Ein Kloster mit rund 100 Mönchen, wovon einige in den unterschiedlichen Projekten ausserhalb beschäftigt sind.  «Viele der Brüder verstehen Englisch und so konnte ich mich anfangs gut verständigen. Doch mit der Zeit, als ich mit den lokalen Einwohnern in Kontakt kam, half mir mein Englisch nicht viel weiter». Nach einigen Wochen im Kloster und in der Regionalstadt Sumbawanga, wo Gabriel Imhof die offizielle Landessprache Kiswahili lernte, zog es ihn nach Kate (ausgesprochen Katé). Dort fand er sein neues Zuhause, der Ort, an dem er bis zum Ende bleiben sollte.

Dass dies möglich war, verdankte Gabriel Imhof vor allem Abt Pambo. Quasi der «CEO» dieses riesigen «Unternehmens», liess dem Freiwilligen viel Freiheiten. Wo möchte er hin? Was möchte er sehen? Wo fühlt er sich am wohlsten? Und so entschied sich Imhof für Kate – eine Herzensentscheidung. Am zweiten Tag erlebte er schon das erste Highlight: Zusammen mit dem Diakon und Katecheten durfte er die kranken und alten Menschen im Dorf besuchen. Ihnen spendete der Diakon die Heilige Kommunion. Es wurde zusammen gebetet, gelacht, geteilt. Hier fühlte er zum ersten Mal den tiefen Sinn seines Aufenthaltes. Diesen Menschen zu begegnen und zu spüren, wie sie leben, wie ihr Umfeld aussieht, das beeindruckte und bereicherte ihn sehr.

Der Chor als Glücksfall

Nach und nach kam Gabriel Imhof am neuen Ort an und lernte die Menschen kennen. Besonders der Eintritt in den Chor bezeichnet er als grossen Glücksfall. «Es war vielleicht die zweite Woche. Ich ging etwas spazieren. Da hörte ich den Chor neben der Kirche singen. Ich liebe das Singen im Chor und schaute neugierig zu. Spontan lud mich eine Sängerin ein, mitzusingen. Von da an war ich Teil des Chores.» Und dies sollte so bleiben bis zum Schluss seines Aufenthaltes.

Auch wenn in den meisten Einsätzen Arbeiten definiert werden – beispielsweise als Assistenzlehrperson in der Schule, mithelfen in der Jugendarbeit oder Unterstützung in der Diakonie – gibt es Ausnahmen. In diesem Fall wurde keine klare Arbeit definiert und von den Benediktinern die Freiheit überlassen, wie der Freiwillige seine Zeit einsetzt. Für Gabriel Imhof die Chance, sich voll auf Begegnungen mit den Menschen dort einzulassen und in kleineren Projekten mitzuhelfen. So arbeitete er einige Male auf dem Feld, half bei der Bohnenernte, begleitete Pfarrer Urbanus zu seinen Einsätzen oder half im Haushalt. Die Erinnerungen an die Menschen und die Begegnungen sind etwas vom Wichtigsten, an das er zurückdenkt.

Und was bleibt? «Einerseits die Dankbarkeit, dass ich dies erleben durfte. Aber auch ein Vertrauen ins Leben und dass es nicht viel braucht zum Glück.»

rf


Voyage-Partage – Ein Freiwilligeneinsatz, der verändert.
Mit Voyage-Partage engagieren sich Menschen in einem kirchlichen Projekt in Osteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika. Während 4 bis 12 Monaten erhalten sie einen Einblick in das Leben der Bevölkerung und in die Arbeit der Ordensgemeinschaft. Sie setzen sich mit einer fremden Kultur, mit anderen Lebensgewohnheiten und Traditionen auseinander. Voyage-Partage legt grossen Wert auf eine intensive Vorbereitung, die Begleitung vor, während und nach dem Volontariat und vermittelt individuell abgestimmte Projekte.

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https://www.instagram.com/voyage.partage/

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