Arbeit des Kirchgemeindeverbands stösst auf grosses Interesse

Montag, 16. März 2026

Der Kirchgemeindeverband des Kantons St.Gallen lud am 14. März zur 46. Hauptversammlung in die Pfarrkirche St.Maria St.Gallen-Neudorf ein. Über 100 Delegierte besuchten die Versammlung. Ein starkes Zeichen. Es zeigt, wie wichtig die Arbeit des Kirchgemeindeverbands für die staatskirchenrechtliche Basis im Kanton ist – und wie wertgeschätzt sie wird, insbesondere in Zeiten des Wandels. Arndt Bünker, Leiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI), plädierte in seinem Referat für eine synodale Katholizität.

Markus Stäheli

Markus Stäheli, Präsident des Kirchgemeindeverbands, führte zügig durch die offiziellen Traktanden, die allesamt im positiven Sinn abgehakt wurden. Bild: Gabi Corvi

Markus Stäheli, Präsident des Kirchgemeindeverbandes, sprach an der diesjährigen HV von grossen Aufgaben im Zusammenhang mit strukturellen Fragen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Der Kirchgemeindeverband möchte die Kirchgemeinden auch in Zukunft bestmöglich unterstützen. Stäheli betonte: «Wir wollen fachliche Begleitung bieten, Impulse geben und ein offenes Ohr haben. Denn niemand sollte diese Herausforderungen alleine tragen müssen.»

Leidenschaft schafft Ausstrahlung

Sonja Gemeinder, Präsidentin der Katholischen Kirche St.Gallen und Vizepräsidentin des Kirchgemeindeverbandes, sprach von den Kulturen und Sprachgemeinschaften in der Stadt, welche das Kirchenbild im Lebensraum St.Gallen bunt und vielfältig machen. Jede und jeder könne hier seine Beheimatung in der Kirche finden. Auch Stadtpräsidentin Maria Pappa ging auf den Schatz der Pluralität ein. Sie durfte diesen beispielsweise in den letzten Tagen als Gast beim Fastenbrechen der Muslime erfahren. Zudem brachte sie die drei Stadtheiligen Gallus, Otmar und Wiborada – die erste heiliggesprochene Frau der Welt – aufs Tapet: «Sie sind ein starkes Fundament unserer Stadt. Was können Sie uns auch heute noch mitgeben?» Maria Pappa wünschte sich, dass die katholische Kirche weiter Inspirations- und Kraftquelle bleibe: «Denn wo Menschen für eine Sache leidenschaftlich brennen, entsteht Ausstrahlung!»

Ein bereicherndes Miteinander im dualen System

Nach den stimmungsvollen Eingangsworten führte Präsident Markus Stäheli zügig durch die Traktanden. Sie beinhalteten den Jahresbericht, die Jahresrechnung 2025 und das Budget 2026 sowie die Festsetzung des Jahresbeitrages. Alle Punkte konnten mit der einhelligen Zustimmung der Versammlung positiv abgehakt werden. Das grosse Engagement des Verbandsvorstands und die gute Vernetzung mit den Verantwortlichen des Bistums und der Katholischen Administration waren spürbar. Stäheli betonte: «Wir stehen miteinander im Austausch. Alle Seiten sind bestrebt, tragfähige Lösungen zu finden. Das ist nicht selbstverständlich – wir dürfen uns glücklich schätzen.»

Mit den Worten von Administrationsrätin Cornelia Brändli-Bommer zur interkulturellen Pastoral und dem Input von Stefania Fenner, DAJU und Kornel Zillig, aki St.Gallen, wurden weitere Bilder «gemalt», wie die katholische Kirche im Bistum und im Kanton St.Gallen zeitgemäss und bedürfnisgerecht in die Zukunft geführt werden kann. Ute Latuski-Ramm von der ökumenischen Fachstelle Begleitung in der letzten Lebensphase (BiLL) sprach schliesslich davon, wie die Kirche die letzte Lebensphase von Menschen würdevoll begleiten könne. Klar wurde dabei auch, dass wir uns verstärkt im Bereich Palliativ-Care einsetzen und diejenigen stärken sollen, welche sich in Familie und Gesellschaft um Kranke und Sterbende kümmern.

Perspektiven für eine neue synodale Katholizität

Arndt Bünker, Leiter des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI), forderte in seinem Referat auf, Krisen ehrlich anzuschauen und die Frage zu stellen: Wozu braucht es Kirche in der Schweiz? Er plädierte für eine synodale Katholizität, für einen Weg, der das Suchen und Ringen, das Aushalten des Andersdenkenden und -fühlenden einschliesst. So könne die Kirche auch zukünftig für viele Menschen spirituelle Zugehörigkeit ermöglichen. Bünker sprach davon, dass Kirche zu jeder Zeit Wege gefunden habe für das Zeugnis des Evangeliums. «Unser Auftrag heute ist es, Orte und Räume zu schaffen, in denen man die Relevanz des Glaubens entdecken und Teil der Kirche sein kann.»

Wie kreativ Kirche sein kann, präsentierte Seelsorger Klaus Gremminger zum Abschluss des offiziellen Teils. Als charmanter Zauberkünstler brachte er die Magie des «thinking out of the box» ins Gotteshaus. Er schaffte es, Rosen blühen zu lassen, zauberte Puzzle-Teile herbei und sorgte für die Prise Humor, die der Kirche manchmal fehlt. Der Start in den reichhaltigen und bunten Apéro war dementsprechend freudig-gelöst und dem angeregten Austausch unter den Tagungsteilnehmenden stand nichts mehr im Weg.

Gastautorin Gabi Corvi,
Präsidentin Kirchenverwaltung Schänis-Maseltrangen

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