Administrationsrat unterstützt die Veröffentlichung bedeutender Grabungsfunde
Dienstag, 2. Juni 2026Während der grossen Innenrenovation der Kathedrale St.Gallen erfolgten von 1963 bis 1967 auch archäologische Ausgrabungen. Die Aufarbeitung hat mittlerweile Jahrzehnte beansprucht. Die Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter (FSMA), Eigentümerin der Grabungsdokumentation, wird nun in Kürze zwei Publikationen vorlegen. Der Administrationsrat sieht dazu einen Beitrag von 40'000 Franken vor, der in die Budgets 2027 und 2028 eingestellt werden soll.
Archäologische Ausgrabungen aus den 60-Jahren: Nach Jahrzehnten gibt es bald zwei Publikationen mit den Ergebnissen. Bild: Roger Fuchs
Es ist eine lange Geschichte, die sich aktuell auf der Zielgeraden befindet: Seit Jahren wartet die Fachwelt auf die Publikation der Grabungsdokumentation aus den Jahren 1963 bis 1967. Die damaligen archäologischen Ausgrabungen waren Bedingung für die Subventionen an die Innenrestaurierung der St.Galler Kathedrale.
Geleitet wurden die Grabungen von Professor Hans Rudolf Sennhauser. Seit 2019 hätten er und seine Mitarbeitenden nun die Zeit gefunden, sich voll der Publikation der Grabungsergebnisse zu widmen, schreibt die Stiftung für Forschung in Spätantike und Mittelalter zuhanden des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen. Geplant sind zwei Bände mit unterschiedlichen Schwerpunkten. «Die Manuskripte beider Werke sind fertig», sagt Stiftungsrätin Katrin Roth-Rubi auf Anfrage. Nach der erwarteten Zusage des St.Galler Kantonsrats zu Mitteln aus dem Lotteriefonds – das Geschäft wird in der Junisession behandelt – sollen die Bücher in Druck gehen.
Läuft alles nach Plan, dürften die Bände spätestens Mitte August vorliegen. Die Stiftungsrätin betont ausserdem, dass durch die lange Bearbeitungszeit die jahrzehntelange Forschungserfahrung Rudolf Sennhausers miteinfliessen konnte.
Funde reichen zurück bis zu Gallus
Der Administrationsrat des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen zeigt sich erfreut darüber, dass die Aufarbeitung der Forschungsergebnisse in der Endphase steht. Diese seien von grosser Wichtigkeit und würden interessante Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der frühmittelalterlichen Klosteranlage geben. Die einstigen Funde reichten zurück bis in die Anfänge der Besiedelung des Platzes durch den Heiligen Gallus.
Die Verantwortungsträger des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen fühlen sich in der historischen Verpflichtung, einen Finanzierungsbeitrag an die Publikation zu leisten, auch wenn die Archäologie grundsätzlich eine Staatsaufgabe darstelle. Konkret beabsichtigt der Administrationsrat, 40’000 Franken an die Publikationen beizusteuern. Der Beitrag soll in die Budgets der Jahre 2027 und 2028 eingestellt werden. Das letzte Wort hierzu hat das Katholische Kollegium im Rahmen der jeweiligen Budgetdebatte.
Text und Bild: Roger Fuchs