Nach 25 Jahren an der HSG: Universitätsseelsorger Thomas Reschke tritt Ende 2026 zurück.
Montag, 18. Mai 2026Diakon Thomas Reschke, seit 2001 Universitätsseelsorger an der Universität St.Gallen (HSG), wird seine Aufgabe per Ende 2026 abgeben. Bischof Beat Grögli hat seine Demission auf den 31. Dezember 2026 angenommen. Thomas Reschke prägte während mehr als zwei Jahrzehnten das spirituelle, soziale und menschliche Leben an der HSG entscheidend mit. Der Katholische Konfessionsteil St.Gallen unterstützt den Betrieb und die Aktivitäten des Studierendenpfarramts und des Akademikerhauses stets mit einem jährlichen Pauschalbeitrag.
Thomas Reschke war auch im Kreis des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen stets gern gesehen - beispielsweise an der jährlichen Jahreseinläute.
«Zur ganzheitlichen Sicht des Menschen gehört die religiöse Dimension. Dahinter steht die Frage nach dem Sinn und den Werten des Lebens.» – das schreibt die Uni auf ihrer Website und das ist für Thomas Reschke mehr als ein Motto. Seit 2001 begleitet er Studierende, Dozierende und Mitarbeitende der Universität in Lebens- und Glaubensfragen, wurde auch immer wieder für Trauungen und Taufen angefragt. Im Akademikerhaus entstand über die Jahre ein Ort der Begegnung: für Gespräche, Vorträge, persönliche Begleitung und gemeinsame Essen. Zusammen mit seiner Frau Petra schuf der Diakon dort eine Atmosphäre, die weit über klassische Seelsorge hinausgeht.
Rund 10’000 Studierende aus über 100 Nationen bewegen sich auf dem Campus der HSG. Viele von ihnen fanden bei Thomas Reschke ein offenes Ohr – unabhängig von Herkunft oder Konfession. «Menschen suchen nach Sinn, oft äussern sie das versteckt; besonders junge Menschen leiden heute unter Einsamkeit und enormem Leistungsdruck, beobachtet Reschke. Auch die Ablösung von den Eltern und Beziehungen beschäftigen. Die niederschwellige Seelsorge sei wichtiger denn je. «Manchmal hilft schon das Gefühl: Da sitzt jemand gegenüber, dem ist nicht egal, wie es mir geht.»
Der Entscheid zum Rücktritt sei in einem intensiven persönlichen Prozess gereift. «Lebensabschnitte haben ihren natürlichen Rhythmus», erklärt der langjährige Seelsorger. Bis Ende Jahr werde er seine Aufgaben weiterhin mit grosser Sorgfalt wahrnehmen und den Übergang aktiv begleiten.
Thomas Reschke ist seit 1995 im Bistum St.Gallen tätig, seit 1998 als ständiger Diakon. Neben seiner Tätigkeit als Universitätsseelsorger engagierte er sich als Lehrbeauftragter für Katholische Theologie sowie als Mitglied des HSG Care Teams für Krisenintervention. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen Netzwerken und Gremien mit – unter anderem als Präsident der Konferenz der katholischen Hochschulseelsorge der Schweiz und als Mitbegründer des Fördervereins «Dialog der Weltreligionen».
Bischof Beat Grögli hat die Demission von Thomas Reschke per 31. Dezember angenommen. Die Uni-Seelsorge liegt auch ihm am Herzen: «Thomas Reschke hat ein feines Gespür dafür, was junge Menschen bewegt. Die Kirche interessiert sich für die Studierenden und Thomas gibt ihr an der Uni ein Gesicht.» Thomas Reschke weiss: Junge Menschen sind immer auch Multiplikatoren; viele «Ehemalige» engagierten sich heute in Ämtern beispielsweise in der Kirchenverwaltung.
Auch künftig soll das Akademikerhaus ein Ort bleiben, an dem Menschen willkommen sind. Für die Nachfolge wünscht sich Thomas Reschke «eine Persönlichkeit mit Freude am Menschen, mit Offenheit, Diplomatie, einem echten Bezug zur Kirche und im Idealfall zum Homo oeconomicus». Privat freut sich Thomas Reschke auf mehr Zeit für Familie, Freunde und das Reisen «mit dem Wohnmobil durch Skandinavien». Ganz verabschieden werde er sich vom gesellschaftlichen Engagement aber nicht.
Thomas Reschke hat sich immer als Teil der Uni gefühlt, die ihm in seinem Wirken eine grosse Freiheit ermöglicht hat: «Mit Dankbarkeit blicke ich auf die Zeit zurück: auf intensive Begegnungen, inspirierende Gespräche und das geteilte Unterwegssein im Glauben und im Leben. All das bleibt für mich ein kostbarer Schatz.»