Sommertipp: Familienausflug mit Bezug zur St.Galler Klostergeschichte

Montag, 13. Juli 2026

Das Wertvollste, das Eltern ihren Kindern in den Sommerferien schenken können, ist gemeinsame Zeit. Hier ein Tipp, um abseits der Touristenströme und in historischer Verbindung zum Kloster St.Gallen Zeit zu verbringen, zu picknicken oder Verstecken zu spielen: Die alten Gemäuer der Rosenburg an der Peripherie von Herisau. Die Burg gehörte einst den Rittern von Rorschach, die das Gebiet um Herisau vom Kloster St.Gallen als Lehen erhalten hatten.

Die Burgreste lassen die Geschichte fühlen und laden zum Verweilen ein. Bild: Roger Fuchs

Die Burgreste lassen die Geschichte fühlen und laden zum Verweilen ein. Bild: Roger Fuchs

Mitten in einem bewaldeten Hügel unweit des Psychiatrischen Zentrums von Herisau steht man auf einmal vor einer gut erhaltenen Burgruine – der Rosenburg, auch bekannt unter dem Namen Ramsenburg in Anlehnung an den nahegelegenen Weiler Ramsen. Der Aufstieg ist kurzzeitig steil, belohnt wird er mit einer Entdeckungstour durch altes Gemäuer aus dem 12. Jahrhundert. Die Burgreste stammen aus einer Zeit, als die Herren von Rorschach in Herisau das Sagen hatten.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Rosenburg 1270. Erbaut wurde sie von den Rittern von Rorschach, die als Dienstleute des Klosters St.Gallen tätig waren. Anfänglich diente die Burg als Wehranlage, später als Gutsbetrieb. Während des Appenzellerkriegs wurde sie 1403 von den aufständischen Appenzellern zerstört.

Die zerstörte Wehranlage gelangte spätestens um 1466 in den Besitz des Klosters St.Gallen und blieb bis zur Aufhebung der Abtei in deren Besitz. Danach kam die Ruine an den neuen Kanton St.Gallen und wurde von diesem 1809 für 440 Gulden an die Gemeinde Herisau verkauft. 1936/37 wurden Ausgrabungen durchgeführt und die Überreste der Anlage konserviert.

Heute lässt sich hier Geschichte hautnah erleben. Erhalten geblieben sind unter anderem die Mauerreste des Wohnturms inklusive Hocheingang, Abschnitte des Burggrabens, der Schachtbrunnen, der Burghof mit einem der Gebäude, die Toranlage. Es lässt sich gut picknicken und für den Fall, dass das Feuerverbot wieder aufgehoben ist, gibt es eine Grillstelle im Burgareal. Es hat aber kein weiteres Gastronomieangebot vor Ort. Es ist ein Ausflug abseits der Touristenströme, und die Burg ist nur zu Fuss erreichbar. Kinder dürften es lieben, über die alten Mauerreste zu laufen oder im Areal Verstecken zu spielen.

Anreise

Es gibt regelmässige direkte Bahnverbindungen von St. Gallen nach Schachen bei Herisau. Von der Bahnstation führt ein ausgeschilderter Wanderweg in östlicher Richtung in rund dreissig Minuten hinauf zur Burg.

Hier ergänzend dazu der Vorschlag einer möglichen zweieinhalbstündigen Rundwanderung ab Hauptbahnhof Herisau bis zur Burg.

Weitere Informationen und die Koordinaten der im Wald versteckten Rosenburg: Burgenwelt – Rosenburg (AR) – Schweiz

Weitere News.