Aus Klosterhof wurde Bischofshof

Dienstag, 21. Mai 2019

Seit mehreren Monaten ist die Sanierung und Umgestaltung des inneren Klosterhofs abgeschlossen. Am vergangenen Montag fand die Einweihungsfeier statt. Bischof Markus Büchel segnete «seinen» Hof, der im Zuge der Neusignalisation im Stiftsbezirk in Bischofshof «umgetauft» wurde.

2 Gehrer Bischof

Seit mehreren Monaten ist die Sanierung und Umgestaltung des inneren Klosterhofs abgeschlossen. Am vergangenen Montag fand die Einweihungsfeier statt. Bischof Markus Büchel segnete «seinen» Hof, der im Zuge der Neusignalisation im Stiftsbezirk in Bischofshof «umgetauft» wurde. Administrationsratspräsident Martin Gehrer und Baukommissionspräsident und Administrationsrat Lothar Bandel informierten über Projekt sowie Baugeschichte und dankten allen, die im Bischofshof dafür gearbeitet haben.

Es regnete in Strömen bei der Segnung des sanierten Hofs durch Bischof Markus Büchel. Gäste waren alle Mitarbeitenden am Klosterhof von Bistum, Katholischer Administration, Buebeflade, Stiftsbibliothek, Kanton und Staatsanwaltschaft. Markus Büchel sprach ein Segensgebet und liess es sich deutlich schmunzelnd nicht nehmen, dem Segen von oben eine kräftige «Weihwasser-Dusche» hinzuzufügen. Er, selber Anwohner am neu gestalteten Hof, lobte dessen Gestaltung, insbesondere die Begegnungsmöglichkeit durch die vierfach unterbrochene, runde Steinumrandung des Teichs. Sie lädt zum Verweilen ein an einem Ort, an der die Augen sich erfreuen über die ruhige Ästhetik des Platzes, angenehm zu hören ist das leise Plätschern des Teich-Springbrunnens. Der Bischofshof sei ein spiritueller Ort, betonte Markus Büchel. «Wir denken hier besonders an Gallus, dessen erste Zelle laut Geschichtsschreibung vor über 1400 Jahren hier entstand», sagte er. Der Diözesanbischof erinnerte weiter an den Heiligen Otmar, der 719 nach St.Gallen kam und erster Abt des Klosters St.Gallen war oder an Fürstabt Gallus Jakob Alt (1610 bis 1687), dessen Wappen heute noch an der Fassade des Dekanatsflügels zu finden ist. Seit weit über 1000 Jahren wird hier, an der Wiege von Stadt und Kloster, gebetet und gearbeitet. 

2,9 Millionen investiert
Nach der Segnung ging der Festakt im trockenen Musiksaal weiter. Administrationsratspräsident Martin Gehrer dankte allen herzlich, die zum Gelingen des Projekts «Sanierung Innerer Klosterhof» beigetragen hatten, zuerst dem Katholischen Kollegium für das Ja zu den Gesamtkosten von rund 2,9 Millionen Franken aus Kirchensteuergeldern für die Arbeiten im Untergrund (Sanierung alte Werkleitungen), energetische Erneuerung der Fenster, Fassadensanierung und Platzgestaltung samt Brunnen. Der Administrationsratspräsident dankte weiter allen, die am Projekt gearbeitet haben sowie der Kantonsarchäologie und der kantonalen Denkmalpflege für die Begleitung sowie die gesprochenen Beiträge. «E gfreuti Sach», schloss Martin Gehrer seine Rede, die wie gewohnt informativ wie humorvoll war.

Schneller als geplant
Baukommissionspräsident Lothar Bandel schloss sich den Dankesworten seines Vorredners an. Er freute sich darüber, dass einerseits die Kosten vermutlich um rund 200’000 Franken unterschritten werden können (die letzten Abrechnungen stehen noch aus) und dass der Hof anstatt im Sommer 2019 bereits im Spätherbst 2018 fertiggestellt war. «Grund dafür war vor allem der Mega-Sommer 2018», erklärte der Administrationsrat. Es gab bedingt durch das schöne Wetter kaum Baupausen. Und das Zusammenspiel aller Projekte (Untergrund, Fassaden, Platz) habe zudem sehr gut funktioniert, lobte Lothar Bandel. «Das Resultat ist Unesco-Weltkulturerbe-würdig», schloss der zuständige Administrationsrat seine Rede.

Bläser und der flade-Chor unter der Leitung von Felix Oesch haben den Festakt mitgestaltet, auch die Buebe-flade wie die im gleichen Trakt zu findende Stiftsbibliothek gehören seit vielen Jahrhunderten in den Stiftsbezirk. Auch ihr Hof wurde übrigens umgetauft – von Schwesternhof in Bibliothekshof.