“Katholische Pflöcke“ einschlagen

Dienstag, 08. Juli 2014

Waldbewirtschaftung katholischer Konfessionsteil: ortsnah und ökologisch
"Katholische Pflöcke" einschlagen

Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen besitzt in der Region Gossau rund 320 Hektaren Wald. Revierförster Patrik Schilling legt Wert auf ökologische Vielfalt, nachhaltige Nutzung und ortsnahe Verwertung des Holzes ohne lange Transportwege. Neuestes Projekt ist die Produktion von Holzpfählen. 180 Ster Holz werden pro Jahr zu "katholischen Pflöcken" geschält und zugespitzt.

Vier Mitarbeitende, der Revierförster Patrik Schilling, ein Forstwart sowie zwei Lehrlinge arbeiten im Waldgebiet des Katholischen Konfessionsteils, der im Januar zusätzlich die Pfahl- und Lattenproduktion in Gossau übernommen hat. Der Wert von minderwertigem Holz, wird durch die Weiterverarbeitung deutlich erhöht. Der Revierförster nennt ein Beispiel: In zwei bis drei Stunden sind sechs Ster Holz minderer Qualität geschlagen, auch kleinere Bäume, die zur Auslichtung des Waldes gefällt werden müssen. Pro Ster liegt der Holzpreis in dieser Kategorie bei 56 Franken; werden Pfähle produziert, sind es 250 Franken. Zudem können die Mitarbeitenden bei Kälte und Regen Arbeiten unter Dach erledigen. Die produzierten Pfähle werden nicht mit Holzschutzmitteln behandelt. Das verkürzt zwar ihre Lebensdauer auf zirka sechs Jahre. "Danach sind sie aber bestes Cheminéeholz und kein Sondermüll", betont Patrik Schilling. Ein Grosskunde ist das St.Galler Gartenbauamt, das beispielsweise Wachstumshilfen (Stützpfähle) für Baumpflanzungen benötigt.

Die Kasernen Neuchlen-Anschwilen und Herisau gehören ebenfalls zu den Kunden des Konfessionsteils. Der Revierförster liefert Schnitzel für die Heizanlage, insgesamt sind es rund 2000 Kubikmeter pro Jahr. Auch hier wird minderwertiges Holz, das zugleich wertvolles Heizmaterial ist,  ortsnah verwendet. Das Holz besserer Qualität wird im Umfang von 2400 Kubikmeter an örtliche Sägereien verkauft. Diese Produzieren daraus vor allem Schnittwaren für die Bau- und Möbelindustrie.

Die 320 Hektaren Wald werden von Patrik Schilling und seinen Mitarbeitenden nach ökologischen Gesichtspunkten bewirtschaftet. "Das hält den Wald gesünder", erklärt der Revierförster. Auf einem Rundgang zeigt er auf alte Rottannen-Bestände. Am Fuss der Bäume ist es sehr dunkel, es wächst kaum Unterholz. Dem gegenüber stehen Mischwälder, mit einer offensichtlichen Arten und Unterholzvielfalt. Hier werden beispielsweise, obwohl dieses Holz nicht als wertvoll gilt, auch Linden gepflanzt. Sie sind aus ökologischer Sicht besonders wertvoll und werden deshalb leicht subventioniert. "Ein weiterer Vorteil der ökologischen Bewirtschaftung", sagt Patrick Schilling. "Was in der Landwirtschaft üblich ist, gilt auch in der Waldbewirtschaftung."

Der Katholische Konfessionsteil erwirtschaftet aus dem Waldbesitz jährlich einen Nettogewinn von rund 200'000 Franken. Und leistet zugleich einen Beitrag für die lokale Verwertung eines wertvollen, einheimischen Rohstoffes.
Revierförster Patrik Schilling (r.) und Verwaltungsdirektor Thomas Franck zeigen die nach ökologischen Kriterien hergestellten Pfähle.
 
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