Sitzung Katholisches Kollegium vom 17. Juni 2014

Mittwoch, 11. Juni 2014

Sitzung des Katholischen Kollegiums vom 17. Juni 2014
Caritas-Verbundmodell gut angelaufen

Der Administrationsrat beantragt an der nächsten Sitzung dem Katholischen Kollegium die Schuldensanierung für die Caritas St.Gallen-Appenzell. Die Versammlung entscheidet über die Erneuerung der Fenster in der bischöflichen Wohnung sowie die Renovation des Festsaales. Die Wahl eines Mitgliedes des Administrationsrates steht bevor.

Caritas St.Gallen-Appenzell bietet Sozial- und Schuldenberatung an, betreibt Lebensmittelmärkte für Einkommensschwache und führt Betriebe zur Integration von Erwerbslosen und anerkannten Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Seit dem 1. Januar wird die Caritas St.Gallen-Appenzell als weiterhin eigenständiger Verein in einem integralen Verbundmodell mit Caritas Schweiz geführt, das sehr gut angelaufen ist. Der Katholische Konfessionsteil St.Gallen und das Bistum St.Gallen nehmen ihre Verantwortung für die wichtigen karitativen Aufgaben weiterhin über eine Leistungsvereinbarung wahr. Diese sieht ein Engagement von über einer Million Franken pro Jahr vor. Allfällige Defizite, die über diesen Betrag hinausgehen, werden künftig von Caritas Schweiz getragen.

Finanzielle Schieflage
Der Zusammenarbeit mit Caritas Schweiz vorausgegangen war eine finanzielle Schieflage, die insbesondere durch die Arbeitsintegrations-Betriebe entstanden war. Hauptgrund war der Spardruck von Seiten der Kantone und Gemeinden, die Projektplätze für Langzeiterwerbslose und anerkannte Flüchtlinge mitfinanzieren. Die geplanten Einnahmen blieben in den vergangenen Jahren wesentlich hinter den Erwartungen zurück. Seit 2009 sind insgesamt Schulden von rund 1,2 Millionen Franken aufgelaufen. Der Administrationsrat beantragt dem Kollegium, dem Verein Caritas St.Gallen-Appenzell die Schulden zu erlassen und diese Schuldensanierung durch Abschreibungen über die laufenden Rechnungen der Jahre 2015 bis 2020 zu finanzieren.
Administrationsrat und Bistumsleitung betonen, dass das karitative Engagement auch in Zukunft ein wichtiger Pfeiler der katholischen Kirche in St.Gallen sein soll. Sie sind daher überzeugt vom Verbundmodell mit Caritas Schweiz, um die bisherigen Tätigkeitsfelder der Caritas St.Gallen-Appenzell weiterführen zu können. Bereits im Oktober 2013 wurde das Kollegium darüber informiert.

Renovation Festsaal und Fenster
Im dritten Geschoss des Bischofsflügels ist der im Jahr 1730 mit feinen Régence-Stuckaturen ausgestattete Festsaal – der ehemalige Festsaal der Fürstäbte. Er ist neben dem Barocksaal der Stiftsbibliothek und der Kathedrale der kunstvollste Raum im Stiftsbezirk. Dem Bischof dient er wie seinen Vorgängern für Anlässe, Sitzungen, Gespräche mit Firmgruppen oder Empfänge von Seelsorgenden wie Gästen aus dem In- und Ausland. Im Festsaal sowie für die Fenster der gesamten bischöflichen Wohnung besteht Renovationsbedarf, dies hat die Beratung mit den städtischen und kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege sowie ein Fachgutachten über die Stuckdecke ergeben. Sie bildet einen zentralen Punkt der Restaurierung. Ein weiterer zentraler Punkt sind wertvolle textile Wandverkleidungen, die grosse Schäden aufweisen und ersetzt werden müssen. Die Fenster im 2. Stock der Bischöflichen Wohnung müssen ersetzt werden, auch diese Arbeiten stehen wie das gesamte Projekt unter höchsten, denkmalpflegerischen Auflagen. Der Administrationsrat beantragt dem kath. Kollegium für die Restaurierung des Festsaales sowie die Fenstererneuerung einen Kredit von 380'000 Franken zu genehmigen. Rund 88'000 Franken werden an Denkmalpflegebeiträgen von Stadt, Kanton und Bund übernommen. Somit bleibt eine Restschuld von 292'000 Franken, die in den kommenden drei Jahren über die Rechnung des Konfessionsteils abgeschrieben werden soll.

Weitere Geschäfte

  • Das Kollegium wird über die Jahresrechnung befinden, die mit einer "roten Null" abschliesst: Anstatt mit einem budgetierten Defizit von 479'400 Franken schliesst die Rechnung mit einem Minus von rund 131'100 Franken ab. Das entspricht 0,2 Prozent des Gesamtaufwandes von rund 58,9 Millionen Franken (darüber wurde in den Medien bereits informiert).
  • Für den Vereinsvorstand der Caritas St.Gallen-Appenzell findet eine Ersatzwahl für den Rest der Amtsdauer 2012/15 statt. Zur Wahl stellt sich Margrit Hunold-Schoch, Tscherlach.
  • Dr. Karl Schönenberger, Niederwil, stellt sich für die Ersatzwahl eines Mitgliedes der kollegienrätlichen Geschäftsprüfungskommission zur Verfügung.
  • Zwischen dem Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen und der katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau soll ein Vertrag abgeschlossen werden betreffend die Mitgliedschaft und die Steuerpflicht der in Rickenbach wohnhaften kath. Personen. Grund ist das Zusammengehen von Rickenbach TG mit der kath. Kirchgemeinde Wil SG, die beiden Gemeinden sind längst zu einem Lebensraum zusammengewachsen.

 


Neuwahl Administrationsrat
Dr. Walter Pfister, Gossau, wird nach rund 7 Jahren aus dem Administrationsrat zurücktreten. Für den Rest der Amtsdauer 2012/15 stellen sich zwei ausgewiesene Kandidaten zur Wahl. Felix Bischofberger (1968) ist Postunternehmer in Altenrhein, Leiter Angestelltenpolitik des Kaufmännischen Verbandes Ost und seit 2004 Kantonsrat (CVP). Raphael Kühne (1956) aus Flawil, Rechtsanwalt, Mediator und Notar ist seit 1984 selbständiger Rechtsanwalt und ebenfalls CVP-Kantonsrat. Beide Kandidaten haben zudem verschiedene Mandate und Engagements im öffentlichen, politischen und im kirchlichen Bereich.

 

 
druckenzum Seitenanfangzurück