Baubeginn Neugestaltung Altarraum Kathedrale

Freitag, 17. Mai 2013

Am Dienstag, 21. Mai, starten in der Kathedrale St.Gallen die Bauarbeiten für die Neugestaltung des Altarraums. Alle Bewilligungen liegen vor, die Voraussetzungen für die planmässige Realisierung sind gegeben. Am Sonntag, 29. September 2013, ist Altarweihe. Der Westteil der Kathedrale bleibt während der ganzen Bauzeit geöffnet, zusätzlich sind Chorraum und Galluskrypta für Besichtigungen zugänglich. Die Gottesdienste an Sonntagen finden wie gewohnt in der Kathedrale statt, jene an Werktagen in der Schutzengelkapelle vis-à-vis der Kathedrale.

Im Juni 2012 hat das Katholische Kollegium, das Parlament aller Katholikinnen und Katholiken im Kanton St.Gallen, den Administrationsrat beauftragt, das Projekt zur Neugestaltung des Altarraumes umzusetzen. Elf Monate später starten am Dienstag nach Pfingsten, dem 21. Mai 2013, wie geplant die Bauarbeiten. Nicht mehr Teil der Baueingabe und des bewilligten Projektes war und ist der schwebende Ring, gegen den die Verantwortlichen der Denkmalpflege Bedenken angemeldet hatten.

Die Realisierung der Neugestaltung ist anspruchsvoll, wie Florian Summa, der verantwortliche Projektleiter von "Caruso St Johns Architects" an der Medienorientierung zum Beginn der Bauarbeiten aufzeigte. Die Steinarbeiten zur Anbringung des mit Ornamenten durchsetzten Terrazzo, mit dem die Altarinsel gestaltet wird, erfordern höchste Handwerkskunst, und der Sakralraum darf durch die Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden. Zugleich bleibt die Kathedrale während der ganzen Bauzeit für Gottesdienste sowie Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Kathedrale während Bauzeit «in Betrieb»
Die Sonntags- und Vorabendgottesdienste am Samstag finden wie gewohnt in der Kathedrale statt. Dafür wird im Westteil der Kathedrale ein provisorischer Altarraum eingerichtet. Zusätzlich können während der Bauzeit ausnahmsweise der Chorraum mit dem barocken Chorgestühl und die Galluskrypta aus dem 9.Jahrhundert frei besichtigt werden. Dies an Werktagen von 10 bis 11.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr, an Samstagen von 10 bis 11.30 Uhr. Der Chorraum ist wie gewohnt für Hochzeiten, Führungen etc. zugänglich. Die Werktagsgottesdienste finden in der Schutzengelkapelle vis-à-vis der Kathedrale statt. Die üblichen Rosenkranzgebete, Andachten und Gottesdienste in der Herz-Jesu-Kapelle finden wie gewohnt statt. Beichtgelegenheiten sind samstags und sonntags wie üblich in der Kathedrale Informationstafeln orientieren umfassend über die Zugänglichkeiten und weisen die Wege.

Liturgische Orte als Zentrum
Bischof Markus Büchel gab an der Medienorientierung einmal mehr seiner grossen Vorfreude auf den neu gestalteten Altarraum Ausdruck, der 50 Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil in der Kathedrale St.Gallen die damals beschlossenen Neuerungen in der Liturgie vollständig sicht- und erlebbar macht: «Der Altar und die anderen liturgischen Orte sollen ein sichtbares Zentrum im sakralen Raum bilden. In den Gottesdiensten versammeln sich die Gläubigen im Namen Jesu. Der Auferstandene lädt die Gemeinde an den Tisch des Wortes und den Tisch des Brotes ein. Die erneuerte Gestaltung macht diese geistliche Wirklichkeit erlebbar.» Die Kathedrale ist als Bischofs- und Pfarrkirche die erste Kirche im Bistum und wichtiges Vorbild. Bisher fehlten wesentliche Elemente einer Bischofs- und Pfarrkirche: ein fester Bischofsstuhl (Kathedra), der die Kirche sichtbar zur Kathedrale macht, ein Taufort und ein Sitz für die Vorstehenden. Bislang wurde notbehelfsmässig der Abts-Thron als Bischofsstuhl eingesetzt, er konnte aber für die Gottesdienste nicht benützt werden.

Breit abgestützter Prozess
Administrationsratspräsident Hans Wüst blickte nochmals kurz auf die Entwicklung des Projekts zurück: "Das Projekt hat seit 2010 den gemäss der Verfassung des Katholischen Konfessionsteils vorgesehenen demokratischen Prozess durchlaufen." Dieser war von Anfang an umfassend dokumentiert und für alle Interessierten einsehbar. Zugleich wurde der gesamte Projektwettbewerb eng durch die "Schweizerische St.Lukasgesellschaft für Kirche und Kunst" begleitet, die Projektierung durch Vertreter der Denkmalpflege von Bund, Kanton und Stadt St.Gallen. In der Wettbewerbs-Jury hatten sechs unabhängige Fachexperten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bauherrschaft, der Katholischen Kirchgemeinde St.Gallen, des Dompfarramtes und des Bischofs Einsitz.

Projekt wurde optimiert
Während des zweijährigen Planungsprozesses begleiteten die Denkmalpflege von Stadt und Kanton sowie Jürg Schweizer, der beauftragte Experte des Bundesamtes für Kultur, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, die Entwicklung eng. Das Projekt wurde in verschiedenen Punkten überarbeitet. Insbesondere wurde die Materialisierung der Altarinsel mit dem kunstvollen Terrazzo in enger Zusammenarbeit mit den Denkmalpflegern optimiert, und der schwebende Ring aus dem ursprünglichen Projekt wurde aus der Baueingabe entfernt. Gegen den Ring, der vor allem von liturgisch-theologischer Seite grossen Anklang fand, hatte u.a. Niklaus Ledergerber, Leiter der städtischen Fachstelle für Denkmalpflege, Bedenken geäussert und auf Antrag von Jürg Schweizer bei der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege ein Gutachten eingeholt, um die "Ringfrage" zu klären. Das Gutachten mit Empfehlungscharakter bestätigte die Bedenken. Der Administrationsrat wird deshalb dem Katholischen Kollegium den definitiven Verzicht auf den Ring vorlegen.

Materialisierung überzeugt
Für das Projekt, das auf der Grundlage der städtischen Baubewilligung vom August 2012 zur Ausführung gelangt, liegen auch die schriftlichen Zustimmungen des Bundesamtes für Kultur und der städtischen Denkmalpflege vor. Sowohl der städtische Denkmalpfleger Niklaus Ledergerber als auch Bundesexperte Jürg Schweizer haben im Verlauf der öffentlichen Diskussionen um das Projekt mehrfach betont, dass die optimierte Neugestaltung aus ihrer Sicht durch ihre inhaltliche und formale Qualität überzeugt, insbesondere auch deshalb, weil sie einen Akzent setzt, ohne dass Farbe oder Form der neuen Elemente zu einem dominierenden Element werden. Aus ihrer wie aus Sicht der Bauherrschaft ist auch klar: Das leichte Abdrehen der vordersten Bänke, welche die Gegnerschaft des Projektes in ihrer Petition vom April 2013 neben dem schwebenden Ring und der Materialisierung ebenfalls kritisiert, ist aus der Perspektive im Mittelgang kaum wahrnehmbar, und aus der Blickachse des seitlichen Eingangs, aus der sie sichtbar wird, spielt die Krümmung mit der vorhandenen Geometrie der Rotunde und des Chorgitters. Sie ist deshalb nicht störend.

Weiterhin gesprächsbereit
«Dennoch sind wir bereit, die aufgenommenen Gespräche mit den Petitionären weiterzuführen und die Frage der leichten Schrägstellung der Bänke nochmals zu prüfen und weiter zu diskutieren», hielt Administrationsratspräsident Hans Wüst fest. Am Baubeginn und an der Realisierung der neuen Altarinsel in ihrer Kernsubstanz ändert die im April 2013 eingereichte Petition jedoch nichts, da das Projekt bereits im Sommer 2012 demokratisch beschlossen und von den zuständigen Behörden rechtskräftig bewilligt worden war. Auf diesen Grundlagen hat die Katholische Administration die Vorbereitungen planmässig vorangetrieben, so dass die Neugestaltung nun ebenso planmässig bis zur Altarweihe am Sonntag, 29. September, realisiert werden kann.

 

Zugänglichkeit der Kathedrale von Mai – September 2013

Vom 21. Mai bis 27. September 2013 wird der Altarraum der Kathedrale St.Gallen nach den liturgischen Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils definitiv gestaltet. Damit wird ein 45-jähriges Provisorium ersetzt. Während der Bauzeit kann der Kuppelraum deshalb nicht betreten werden. Die Kathedrale ist jedoch wie folgt für Gottesdienste sowie Besucherinnen und Besucher geöffnet:

Gottesdienste
Sonntagsgottesdienste (inkl. Vorabend)
Wie üblich in der Kathedrale

Werktagsgottesdienste
In der Schutzengelkapelle vis-à-vis der Kathedrale:
Mo., Di., Mi., Do. 06.30 Uhr Eucharistiefeier
Mo., Di., Do., Fr., Sa. 08.15 Uhr Eucharistiefeier
Di. 17.30 Uhr Vesper
Mi. 09.00 Uhr Eucharistiefeier

Die Rosenkranzgebete, Andachten und Gottesdienste in der Herz-Jesu-Kapelle finden wie gewohnt statt.

Freie Besichtigung
Der Westteil der Kathedrale ist während der ganzen Bauzeit geöffnet:
Montag – Freitag 08.00 – 19.00 Uhr
Samstag 08.00 – 15.30 Uhr
Sonntag 13.00 – 19.00 Uhr

Besichtigung Chorraum und Galluskrypta
Während der Bauzeit können ausnahmsweise auch der Chorraum mit dem barocken Chorgestühl und die Galluskrypta aus dem 9. Jahrhundert frei besichtigt werden:
Montag – Freitag 10.00 – 11.30 Uhr und 14.30 – 16.00 Uhr
Samstag 10.00 – 11.30 Uhr

Beichtgespräche
Beichtgelegenheiten in der Kathedrale:
Samstag 16.00 – 17.00 Uhr
Sonntag 08.15 – 08.45 Uhr

In der Herz-Jesu-Kapelle:
Donnerstag vor Herz-Jesu-Freitag 17.00 – 18.00 Uhr

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