Höchster Katholik wird gewählt

Mittwoch, 14. November 2018

Das Katholische Kollegium wählt in der Herbstsitzung vom Dienstag, 20. November, das neue Präsidium. Das vom Administrationsrat präsentierte Budget 2019 weist bei einem Ertrag von 63,74 Millionen einen Aufwandüberschuss von rund 231‘000 Franken aus, der Gesamtaufwand ist um rund 3,6 Millionen Franken höher als im Vorjahresbudget. Das Katholische Kollegium berät weiter über eine Motion, die eine namhafte Unterstützung der Hospize St.Gallen und Werdenberg fordert.

Die zweijährige Amtszeit von Kollegiumspräsident Paul Gähwiler ist mit der November-Sitzung vorbei, unter anderem wird er als letzte Amtshandlung die Neuwahlen leiten. Als Nachfolger ist von der Region Linthgebiet der bisherige Vizepräsident Josef Seliner, Kaltbrunn, vorgeschlagen. Die Region Werdenberg-Sarganserland portiert Margrit Hunold-Schoch, Tscherlach, als neue Vizepräsidentin. In der kollegienrätlichen Geschäftsprüfungskommission stehen Ersatzwahlen an.

Die Finanzen des Katholischen Konfessionsteils sind gesund. Nach guten Rechnungsabschlüssen seit 2014 beträgt die Reserve für Ausgabenüberschüsse per Ende 2017 rund 5,9 Millionen Franken. Mit der in der Juni-Sitzung beschlossenen Einmalabschreibung der Nachzahlung an die Pensionskasse von maximal 2,8 Millionen Franken und zu erwartenden Rechnungsdefiziten wird die Reserve bis Ende 2019 entsprechend abnehmen. Die mit der Stadt St.Gallen vereinbarte volle Finanzierung der flade ab Schuljahr 2019/20 wird den Finanzhaushalt des Katholischen Konfessionsteils nachhaltig entlasten. Der für 2019 budgetierte Aufwandüberschuss von genannten 231‘000 Franken entsteht unter anderem durch die Abschreibungen auf die Investition Notkerschulhaus in St.Gallen, den Ausbau der neuen Ausstellungsräume von Stiftsbibliothek/Stiftsarchiv sowie infolge eines grösseren Projektaufwandes im Bischöflichen Ordinariat. Grösster Ausgabenfaktor ist wie gehabt der Personalaufwand der 93,61 Stellen (ohne flade und Kirchenmusikschule), 2019 wird ein Teuerungsausgleich von 1,2 Prozent gesprochen sowie eine Reallohnerhöhung von 0,3 Prozent budgetiert.

Eine Motion von Agnes Haag, St.Gallen, die 102 Kollegienräte mitunterzeichnet haben, fordert vom Administrationsrat, dem Katholischen Kollegium eine Vorlage zu unterbreiten, die Art und Umfang einer finanziellen Unterstützung der Hospize in St.Gallen und Werdenberg, allenfalls vergleichbarer Einrichtungen, festlegt. Der Administrationsrat hält in seiner Antwort zu Handen des Kollegiums fest, dass die Begleitung Sterbender ein öffentlicher Auftrag ist, aber auch ein in der christlichen Tradition tief verwurzelter Akt der Nächstenliebe. Das karitative Engagement ist für viele Kirchensteuer-zahlende eine wichtige Aufgabe der Kirche, diverse Kirchgemeinden haben sich bereits mit namhaften Beiträgen beteiligt. Der Administrationsrat teilt darum im Grundsatz die Argumentation der Motionärin. Die Würde der Menschen bleibt bis zuletzt unantastbar, Sterbehospize leisten einen wichtigen Dienst am Lebensende und rechtfertigen eine Unterstützung des Katholischen Konfessionsteils. Der Administrationsrat betont gleichzeitig, dass diese finanzielle Unterstützung im Verhältnis zu anderen Beiträgen der Inlandhilfe gestaltet werden muss und dass mit dem XIV. Nachtrag zum Gesundheitsgesetz im Kanton St.Gallen Palliative Care als Säule der öffentlichen Gesundheitspflege gesetzlich verankert wurde. Die Beurteilung, in welcher Höhe ein Beitrag angemessen ist, braucht aufgrund diverser Faktoren grössere Abklärungen, die im Rahmen der Vorbereitung einer Vorlage an das Katholische Kollegium getroffen werden sollen.

Die Sitzung des Katholischen Kollegiums beginnt um 9.15 Uhr im Kantonsratsaal und ist öffentlich.

druckenzum Seitenanfangzurück