Stabile Finanzlage dank geringerem Aufwand

Dienstag, 20. März 2018

Rechnungsergebnis des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen
Stabile Finanzlage dank geringerem Aufwand


Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen schliesst die Rechnung 2017 mit einem Ertragsüberschuss von 770‘000 Franken ab anstatt mit einem budgetierten Defizit von 304‘000 Franken. Die Steuererträge lagen im budgetierten Rahmen, verschiedene Kreditpositionen wurden nicht vollständig beansprucht, demgegenüber standen Mehrerträge in verschiedenen Bereichen.

Der Katholische Konfessionsteil, die demokratisch-staatskirchenrechtliche Seite des Bistums St.Gallen, ist in seiner Struktur vergleichbar mit der Struktur von politischen Gemeinden und dem Kanton. Katholisches Kollegium («Kantonsrat») und Administrationsrat («Regierungsrat») verwalten die Zentralsteuereinnahmen aus den Kirchensteuern der Katholikinnen und Katholiken, die von den Kirchgemeinden an die kantonale Ebene entrichtet werden. Sie sind mit gut 19,5 Millionen Franken Haupteinnahmequelle des Katholischen Konfessionsteils des Kanton St.Gallen.

Finanzausgleich und Mehrerträge
Gleichzeitig sind die Kirchgemeinden im Finanzausgleich mit rund 19 Millionen Franken der grösste Ausgabeposten. In diesen Bereich gehört der Finanzausgleichsbeitrag des Kantons für die Kirchgemeinden von rund 18,4 Millionen Franken. Dieser lag um 260‘000 Franken unter dem Budget. Mehrerträge durfte der Katholische Konfessionsteil in den Bereichen Waldungen (205‘000 Franken) und Finanzliegenschaften (170‘000 Franken) verbuchen.

Minderausgaben
Im Bereich Bistum gab es im vergangenen Jahr bei einem Gesamtaufwand von rund 2,9 Millionen Franken, bedingt durch unbesetzte Stellen, Minderaufwendungen von rund 340‘000 Franken. Aus demselben Grund lagen die Ausgaben des Bildungshauses St.Georgen um 100‘000 Franken tiefer. Bedeutende Ausgabenbereiche des Katholischen Konfessionsteils sind Bildung (flade, Katholische Schulen, Kirchenmusikschule), Kultur (Stiftsbibliothek, Stiftsarchiv, Kulturbeiträge) und Soziales (Caritas St.Gallen-Appenzell, Diakonie- und Entwicklungshilfe-Beiträge) von zusammengefasst rund 20 Millionen Franken. Allein der Betrieb und der Unterhalt der Kathedrale St.Gallen und der Stiftsbibliothek, kostet rund eine Million Franken jährlich. Sie sind nebst ihren spirituellen bzw. wissenschaftlichen Bedeutung auch Touristenattraktion.

Laufende Projekte
Im laufenden Jahr 2018 werden bedeutende Investitionen von gesamthaft vier Millionen Franken getätigt. Unter anderem werden Fenster und Fassaden im inneren Klosterhof erneuert sowie der Innenhof neu gestaltet. Im renovierten Gewölbekeller der Stiftsbibliothek wird eine neue Ausstellung zur Klostergeschichte realisiert. In Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen entsteht ein für den Tourismus bedeutender Ausstellungssaal für den berühmten St.Galler Klosterplan, dem ältesten Architekturplan der Welt. Wie jedes Jahr werden wieder viele Aufgaben in den Bereichen wie Bildung, Soziales oder Kultur mitfinanziert. (thf.)

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