Neue Kathedralvereinbarung geplant

Mittwoch, 09. November 2016

November-Sitzung des Katholischen Kollegiums mit Präsidiums-Wahlen

Neue Kathedralvereinbarung geplant


Das Katholische Kollegium des Kantons St.Gallen entscheidet in der Herbst-Sitzung vom 15. November über das Budget 2017 und den Zentralsteuerfuss. Der Administrationsrat beantragt eine Totalrevision der Verwaltungsvereinbarung der Kathedrale, die Sanierung des inneren Klosterhofes sowie die Erneuerung eines Labors im Klosterschulhaus flade. Für die Amtsdauer 2016 bis 2018 wählt das Katholische Kollegium das Präsidium.

Zum letzten Mal in seiner zweijährigen Amtszeit wird Präsident André Straessle die Kollegiums-Sitzung leiten. Zu Beginn der Herbst-Versammlung bestimmt das Kollegium den neuen "höchsten Katholiken" im Kanton St.Gallen. Das Budget 2017 weist bei einem Aufwand von 62 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von rund 304‘000 Franken aus, der Finanzhaushalt des Katholischen Konfessionsteils ist somit fast ausgeglichen. Der Administrationsrat beantragt dem Kollegium das Budget 2017 zu genehmigen und den Zentralsteuerfuss wie bisher bei vier Prozent zu belassen.

Mehr Ausgaben
Für 2017 wird ein Ausgabenwachstum erwartet, unter anderem begründet durch einen personellen Ausbau mit Gesamtkosten von 145‘000 Franken im Bereich des Bischöflichen Ordinariates. Aus den Seelsorgeeinheiten wie Kirchgemeinden werden immer häufiger Dienste der "Zentrale" gefordert, im Ordinariat sind dafür mehr Kapazitäten erforderlich. Zudem bedingte die Einführung des neuen Lehrplans 21 einen Effort im Bereich Katechese/Religionspädagogik. Künftig wird auch die Kathedralrechnung für den Katholischen Konfessionsteil höher werden. Hier beantragt der Administrationsrat dem Kollegium eine neue Vereinbarung zwischen dem Konfessionsteil und der Kirchgemeinde St.Gallen über die Verwaltung der Kathedrale zu genehmigen. Bisher zahlte die Kirchgemeinde 60 Prozent (1,02 Millionen Franken), der Konfessionsteil 40 Prozent (680‘000 Franken) der Gesamtkosten von 1,7 Millionen Franken/Jahr für den Kathedralbetrieb mit Löhnen des Seelsorge- und Unterhaltspersonals, dem laufenden Gebäudeunterhalt, Verbrauchsmaterial oder die Dommusik. Neu soll dieses Verhältnis umgekehrt werden, 40 Prozent zu Lasten der Kirchgemeinde, 60 Prozent zu Lasten des Konfessionsteils.

Vereinfachte Strukturen
Die Zuständigkeiten und Abläufe der Kathedralverwaltung sind sehr komplex und sollen vereinfacht werden. Die Stellung der Bischofskirche als liturgisches und kirchenmusikalisches Zentrum und als Teil des Weltkulturerbes von internationaler Ausstrahlung hat an Bedeutung gewonnen, demgegenüber ist die Dompfarrei an Mitgliedern kleiner geworden. Mit der neuen Vereinbarung werden zugleich Strukturen vereinfacht und der Aufwand den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst, der Konfessionsteil als Träger und Eigentümer der Kathedrale auch im Hinblick auf das Unesco-Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen gegenüber den anderen Partnern wie Kanton und Stadt gestärkt.

Zwei Bauprojekte
Das Katholische Kollegium stimmt in der November-Session weiter über die Sanierung des inneren Klosterhofes ab. Über und unter dem Boden besteht Handlungsbedarf. Unter dem Platz verlaufen bis zu 250-jährige Kanäle, die noch nie saniert wurden. Die Pflästerung des Platzes ist schadhaft und wird für Passanten zur Stolperfalle, bei Regen läuft das Wasser nicht mehr richtig ab. Über dem Boden werden bei Zustimmung des Kollegiums 115 Meter Fassaden über vier Stockwerke erneuert. 119 Fenster, die meisten stammen aus den 50-er Jahren, ersetzt und somit energetisch optimiert. Ist dieses Projekt vollendet, sind für den Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen die Fassaden im Stiftsbezirk für längere Zeit kein Thema mehr.

Veraltetes Schülerlabor
Das Schülerlabor im Klosterschulhaus ist veraltet. Raumgrösse und Einrichtungen genügen heutigen modernen Unterrichtsformen nicht mehr. Projektiert ist, das bisherige Schulzimmer und einen Vorbereitungsraum zusammen zu legen und den erweiterten Raum mit einer modernen Laboreinrichtung auszustatten. Die Gesamtkosten dieses Projektes betragen rund 404'000 Franken.

Zwei Volksmotionen
Der Kollegienrat wird an der Sitzung über zwei Volksmotionen „Qualitätsentwicklung“ und „Geprüfter Datenschutz“ beraten, eingegeben von Thomas Hotz, St.Gallen. In der Volksmotion „Qualitätsentwicklung“ möchte Thomas Hotz Ausführungsbestimmungen zum Personaldekret ergänzen über „fünf konkret erlebte Fragestellungen“ die seine eigene Personalsituation betreffen. Die zweite Volksmotion betrifft Datenschutzfragen.

Die Sitzung ist öffentlich. Sie findet am Dienstag, 15. November 2016, 09.15 Uhr, im Kantonsratssaal statt.

Kollegiumspräsident Dr. André Straessle, St.Gallen, wird am Dienstag zum letzten Mal eine Sitzung des Katholischen Kollegiums leiten.
 
 
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