Über und unter dem Boden Renovationsbedarf

Dienstag, 11. Oktober 2016

Katholischer Konfessionsteil investiert 2,6 Millionen im Inneren Klosterhof

Über und unter dem Boden Renovationsbedarf


Der Stiftsbezirk gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der ständige kosten- und arbeitsintensive Unterhalt von Gebäuden und Anlagen ist eine wesentliche Aufgabe des Katholischen Konfessionsteils Kanton St.Gallen. Aktuell werden umfassende Sanierungs- und Gestaltungsarbeiten für den Inneren Klosterhof geplant. Über das Projektbudget von rund 2,6 Millionen Franken stimmt das Katholische Kollegium in der Herbst-Sitzung ab.

Die letzte Sanierung ist Jahrzehnte her: Dauerregen hinterlässt im Klosterhof regelmässig tiefe Pfützen, das Wasser läuft seit längerem nicht mehr richtig ab. Kopfsteinpflaster und Platten sind schadhaft und werden zu Stolpersteinen für die Fussgänger. Eine einheitliche, ruhige Pflästerung wird laut Projektvorschlag den heutigen Bodenbelag ersetzen. Drei bis vier Meter unter dem Klosterhof liegt ein höchst komplexes Werkleitungssystem. Zusätzlich verläuft ein noch nie renovierter 250-jähriger Stollen quer unter dem Platz hindurch. Es macht für den für das Projekt zuständigen Administrationsrat Sinn, nicht nur oberirdisch, sondern gleichzeitig unterirdisch die nötigen Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten anzugehen. Nebst den Sanierungsarbeiten wird ein zusätzliches Trassee für Fernwärme und andere Leitungen angelegt.

Alle Fassaden saniert
Nachdem sämtliche Fassaden Richtung Moosbruggstrasse sowie an den Gebäuden "Buebe-Flade"-Stiftsbibliothek sowie im Schwesternhof renoviert worden sind, werden die entsprechenden Arbeiten in einem letzten Schritt im Inneren Klosterhof vorgenommen. 115 Meter Fassaden über vier Stockwerke werden erneuert. 119 Fenster, die meisten stammen aus den 50-er Jahren, werden ersetzt und somit energetisch optimiert. Ist dieses Projekt vollendet, sind für den Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen die Fassaden im Stiftsbezirk für einige Jahre kein Thema mehr.

Zum Verweilen
Die mitten im Inneren Klosterhof angelegte Blumenrondelle mit Springbrunnen wird im Rahmen der Sanierung leicht umgestaltet und die darum herum gesetzten Beton-Blumenkübel entfernt. Bereits in alten Plänen aus dem 17. Jahrhundert ist im heutigen Inneren Klosterhof eine Rondelle mit Teich ersichtlich. Deshalb wird das Wasserspiel beibehalten. Die Umrandung aus Stein wird an vier Stellen geöffnet, zum Springbrunnen hin entsteht ein gepflästerter Zwischenraum. Kleinere Bäume mit hohen, feinen Stämmen, gehören zur Neugestaltung. Die Sorte trägt lichtes Laub, bringt trotzdem frisches Grün, aber lässt mehr als heute den Blick frei auf die schönen historischen Türen und Fassaden, wie beispielsweise zur Galluskapelle.

Funktionaler Hof

Der Innere Klosterhof ist ein historisch wertvoller Platz, aber zugleich ein funktionaler Raum und Zugangsweg für die kirchlichen wie kantonalen Nutzungen. Mit der geplanten Sanierung und der leichten Anpassung der Rondelle werden die verschiedenen Nutzungen weiterhin gewährleistet sein. Das Gesamtprojekt ist in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege erarbeitet worden. Ebenso wurden im Sommer archäologische Sondiergrabungen vorgenommen. Das Resultat zeigte, dass die geplanten Arbeiten grösstenteils nicht in eine für die Archäologie relevante Tiefe reichen. Trotzdem werden die Arbeiten von der Kantonsarchäologie eng begleitet. (konf./Thomas Franck)

115 Meter Fassaden, 119 Fenster, Werkleitungen und der Hofplatz sollen saniert bzw. ersetzt werden.
 
 
druckenzum Seitenanfangzurück