Trauer um Alfred Dubach-Wicki

Montag, 03. Oktober 2016

Trauer um Alfred Dubach-Wicki

Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen und das Bistum St.Gallen trauern um Alfred Dubach-Wicki. Am 28. September 2016 starb Alfred Dubach 76-jährig im Kreis seiner Familie. Über Jahrzehnte hat Alfred Dubach das Leben der Kirche in der Schweiz mitgeprägt. Durch seine Tätigkeit im Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) in St.Gallen, dessen Leitung er von 1984 – 2005 innehatte, war Alfred Dubach sowohl genauer Beobachter der Veränderungen in Gesellschaft, Religion und Kirche als auch Berater und Planer für die katholische Kirche in der Schweiz.

Viele Projekte der Kirche in der Schweiz gehen auf seine Initiativen und Anregungen zurück. So war Alfred Dubach beispielsweise massgeblich an der Entwicklung des Konzeptes Lebensraum-orientierter Seelsorge im Dekanat St.Gallen beteiligt. In seiner Funktion als Sekretär der Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz (1984 - 1995) trug Alfred Dubach viel zur Entwicklung der kirchlichen Strukturen und der pastoralen Entwicklung in der Schweiz bei.

Nicht zuletzt entwickelte Alfred Dubach auch das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut, eine Einrichtung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen, nachhaltig weiter. Unter seiner Führung gelang ein grosser Sprung in der wissenschaftlichen Arbeit und Anerkennung des Instituts. Die traditionelle Kirchensoziologie wurde um weiter angelegte religionssoziologische Forschungsperspektiven erweitert. Insbesondere durch die gemeinsam mit Roland J. Campiche (Lausanne) erarbeitete Forschung zur Individualisierung im Bereich der Religion wurde das SPI national wie international bekannt. Die sogenannten „Sonderfall-Studien“ sind bis heute vielbeachtete Marksteine in der Entwicklung der jüngeren europäischen Religionssoziologie.

Alfred Dubach hat in seiner Biografie Fragen des Glaubens und der Wissenschaft verbunden. Seine wissenschaftliche Arbeit und sein pastoralplanerisches Engagement wurden von einem Glauben mitgetragen, der den Zweifel nicht verdrängt hat. Gerade darin waren seine wissenschaftlichen und praktischen Impulse den Menschen unserer Zeit nahe.

Wir trauern um Alfred Dubach und nehmen Anteil an der Trauer seiner Familie. Zugleich danken wir ihm für sein unermüdliches Schaffen.

„Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist einfach da und lässt sich nicht abschütteln, nicht erklären. Sie ist zu aufregend, um sich dieser Sehnsucht agnostisch zu entziehen.“ (Alfred Dubach)


Wichtigste Publikationen:


Alfred Dubach / Roland J. Campiche (Hg.): Jeder ein Sonderfall? Religion in der Schweiz. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung, Zürich 1993.

Alfred Dubach / Wolfgang Lienemann (Hg.): Aussicht auf Zukunft. Auf der Suche nach der sozialen Gestalt der Kirchen von morgen, Zürich 1997.

Alfred Dubach / Brigitte Fuchs: Ein neues Modell von Religion. Zweite Schweizer Sonderfallstudie – Herausforderung für die Kirchen, Zürich 2005.

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