Abschreiben - aber wie?

Dienstag, 14. Juni 2016

Katholisches Kollegium: Diskussion über Verwendung Rechnungsüberschuss

Abschreiben – aber wie?

Eine "überschaubare Traktandenliste" kündigte Kollegienratspräsident André Straessle zu Beginn der Juni-Sitzung an. Die Jahresrechnung 2015 und einen Nachtrag zur Geschäftsordnung betreffend Einführung der elektronischen Abstimmungsanlage waren Hauptthemen der Frühjahrssession. Diskutiert wurde über die Verwendung des Rechnungsüberschusses 2015.

André Straessle begrüsste speziell Administrationsratspräsident Martin Gehrer zu seiner ersten Sitzung im Amt. Im Verlauf der Sitzung leisteten fünf neue Kollegienräte den Amtseid.

Elektronische Abstimmungsanlage
Die vorberatende Kommission unter der Leitung von Georges Marquart, Wangs, prüfte den Nachtrag zur Geschäftsordnung betreffend Einführung der Abstimmung mittels elektronischer Anlage. Der Kollegienrat stimmte einstimmig zu. Möglich bleiben weiterhin geheime Abstimmungen oder Wahlen, sofern die Mehrheit des Kollegiums dies verlangt. Die Wahl des Administrationsrates erfolgt stets geheim. Die Änderung der Geschäftsordnung gilt per sofort.

Jahresrechnung und Amtsbericht
Kollegienrat Franz Manser, Eggersriet, stellte den GPK-Bericht vor. Unter der Leitung von Präsident André Straessle behandelte der Rat Jahresrechnung, Amtsbericht und GPK-Bericht. Unter anderem gab es 2015 bedeutende Bauabrechnungen wie für die Renovation des Festsaales in der bischöflichen Wohnung, die Neugestaltung des Altar- und Kuppelraums in der Kathedrale oder eine zweite Schulküche im Notkerschulhaus.

Die Rechnung 2015 schloss statt mit einem budgetierten Defizit von 143‘000 Franken mit einem Rechnungsüberschuss von rund 1,3 Millionen Franken ab. Hauptgründe waren überraschend hohe Steuereinnahmen wie auch beim Kanton und den Politische Gemeinden. Minderausgaben, vor allem bei der flade (Katholische Kantonssekundarschule), ein sparsamer Einsatz der Mittel und tiefere Personalkosten, trugen weiter zum positiven Ergebnis bei. Diskussionen löste einzig die Verwendung des Rechnungsüberschusses aus. Die GPK beantragte, die 1,3 Millionen für Abschreibungen zu verwenden für die zweite Schulküche im Notkerschulhaus, die Halonlöschanlage/Lüftungssteuerung im Gewölbekeller der Stiftsbibliothek und das zu hoch bewertete Shopinventar der Stiftsbibliothek. Christian Egli, Rorschach, beantragte dagegen, eine Million für die Abschreibung der Caritas-Schulden einzusetzen. Im Juni 2014 hatte das Kollegium einem Schuldenschnitt von 1,2 Millionen Franken für die damals in finanzielle Schieflage geratene Caritas St.Gallen-Appenzell zugestimmt. Heute steht die Fachstelle Diakonie des Bistums St.Gallen durch ein Verbundmodell mit Caritas Schweiz sowie die Umsetzung verschiedener strategischer Entscheide wieder auf gesunden Beinen. "Mit dem beschlossenen Schuldenschnitt hat das Darlehen seinen Wert verloren", begründete Antragsteller Christian Egli. Darum sei der deklarierte Verwaltungsvermögenswert per sofort abzuschreiben. Weitere Votanten unterstützten das Anliegen.

Ja zu Variante GPK
Administrationsratspräsident Martin Gehrer präsentierte die Gründe von GPK und Administrationsrat, die 1,2 Millionen Franken von 2015 bis 2020 linear abzuschreiben. Für diesen Abschreibungsmodus hatte sich das Kollegium in der erwähnten Sitzung 2014 ausgesprochen. "Der Jahresabschluss 2015 würde eine einmalige Abschreibung zwar ermöglichen", gab Martin Gehrer zu. Doch im Falle einer Einmalabschreibung könnten die anderen Abschreibungen nicht vorgenommen werden. Beide Varianten entlasten aber die künftigen Jahresrechnungen. Der Kollegienrat genehmigte die Jahresrechnung 2015 mit drei Enthaltungen. Die vom Administrationsrat vorgeschlagene Verwendung des Rechnungsabschlusses wurde mit 91 zu 70 Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen. Einstimmigkeit herrschte beim Traktandenpunkt Verdankung und Entlastung von Administrationsrat, Verwaltung und aller angeschlossenen Einrichtungen.

Selfie-Termin
Nach der Sitzung waren die Mitglieder des Katholischen Kollegiums zum Selfie-Termin für die Kampagne www.auchdarum.ch eingeladen. Passend zur Einleitungsrede von Kollegienratspräsident André Straessle: Er hatte Katholikinnen und Katholiken aufgefordert, zur Kirche zu stehen, sich in gesellschaftliche Diskussionen einzumischen und Profil zu zeigen. "Bezeugen wir: Auch darum stehe ich zu ihr!", ermunterte der Präsident. Sein eigenes Selfie ist bereits auf der Website zu finden mit dem persönlichen Slogan: "Weil sie sich für Benachteiligte einsetzt – auch darum stehe ich zu ihr. Katholische Kirche im Bistum St.Gallen".

Weitere Informationen
Betreffend flade (Katholische Kantonssekundarschule) laufen im Hinblick auf eine dauerhafte Lösung intensive Verhandlungen mit der Stadt St.Gallen. Beide Seiten, Stadt und Konfessionsteil, sind an einer langfristigen Lösung interessiert. Administrationsrätin und Schulratspräsidentin Margrit Stadler-Egli sprach von sehr anspruchsvollen Verhandlungen, deren Abschluss in den nächsten Wochen erwartet werden dürfe.

Der Kollegienrat erlebte zu Beginn der Sitzung die Filmpremiere "Tausend Marmorsteine – Ein neues Herz für die Kathedrale St.Gallen" Administrationsrat Lothar Bandel blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte des neuen Altarraumes. Im Film wird eindrücklich gezeigt, wie sich die jahrhundertealte Terrazzo-Technik mit modernsten Messgeräten und Bearbeitungs-Maschinen umsetzen lässt. Der Applaus galt dem Film wie dem Altarraum, der sich harmonisch in die wunderbare Kathedrale einfügt.

Kontakt: Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen, Tel. 071 227 33 33,  E-Mail thomas.franck@sg.kath.ch

Erste Sitzung mit Administrationsratspräsident Martin Gehrer – Er begründet die Anträge des Administrationsrates zur Verwendung des Ertragsüberschusses.
 
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