Investition mit guter "Rendite"

Mittwoch, 25. Mai 2016

Administrationsräte in Rom: St.Gallen unterstützt die Benediktiner-Universität St.Anselmo

Investition mit guter "Rendite"

Von St.Gallen aus bestehen intensive Beziehungen zur Benediktiner-Universität St. Anselmo in Rom, die gleichzeitig Zentrum der weltweiten Benediktiner-Ordensgemeinschaft ist. Nebst dem Studienbetrieb mit 550 Studierenden erteilen Professoren der Universität St.Gallen jeweils im Sommer Management-Kurse für Führungskräfte des Ordens aus allen Kontinenten. Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen zahlt einen jährlichen Entwicklungshilfe-Beitrag von 50‘000 Franken an das Institut St. Anselmo. Eine Zufallsbegegnung mit dem Papst schloss die Reise einer Administrationsrats-Delegation zum Hauptsitz der Benediktiner ungeplant aber höchst erfreulich ab.

Was haben Benediktinerinnen und Benediktiner mit Management zu tun? Viel! Äbte oder Äbtissinnen und ihre engsten Mitarbeitenden müssen Führungsarbeit leisten, Strategien und Visionen entwickeln und teils grosse Projekte wie Umbauten abwickeln. 70 Prozent aller Benediktiner-Äbte weltweit sind Absolventen von St.Anselmo. Jedes Jahr werden etliche Bischöfe geweiht, die hier ihre Studien abgeschlossen haben. 75 Professorinnen und Professoren sowie 30 Mitarbeitende sind aktuell verantwortlich für die Ausbildung von rund 550 Studierenden.

Den künftigen wie aktuellen Führungskräften des Ordens helfen die Regeln des Heiligen Benedikt, wie neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, bei ihrer Aufgabe. Seit mehreren Jahren ist die Universität St.Gallen engagiert in sommerlichen "Leadership-Kursen", Teilnehmer sind jeweils Äbtissinnen und Äbte aus allen Kontinenten. "Die 1500-jährige Benedikts-Regel ist in weiten Teilen im Kern sehr gut auf heute anwendbar", sagte Günter Müller-Stewens, Professor für Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen im Dezember 2013 gegenüber dem St.Galler Tagblatt. Beispielsweise schreibe sie den sorgfältigen Umgang mit Ressourcen vor, was sehr gut mit dem Konzept der Nachhaltigkeit verknüpft werden könne. Oder Benedikt rate in seiner Regel zur Flexibilität hinsichtlich der Anpassung auf veränderte Rahmenbedingungen. Auch dies angesichts der Situation vieler Klöster top-aktuell.

Während die Universität St.Gallen Hilfe durch Vermittlung von Wissen leistet, unterstützt der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen das Institut St.Anselmo im Rahmen des Entwicklungshilfe-Budgets mit jährlich 50‘000 Franken. Eine Investition mit guter "Rendite". Denn besonders die Studierenden aus Klöstern in Entwicklungs- und Schwellenländern sind Multiplikatoren in die jeweiligen Gesellschaften. Ihre Klöster sind tätig in der Bildung, im Gesundheitswesen, sie bilden Handwerker aus und fördern die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Region. Dies mit einer gewissen Konstanz, denn Benediktinerklöster bleiben immer mindestens 100 Jahre stabil an einem Ort. Denkt man an St.Gallen mit seiner über 1500jährigen Geschichte, wird das Prinzip noch verständlicher: das einstige Benediktinerkloster mit seiner berühmten Bibliothek war führend in Bildungsfragen, der erste Abt Otmar gründete das erste Krankenhaus, um das Kloster entstand eine Stadt mit Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben. Heute tragen Bistum, Stadt und Kanton den Namen des ersten Mönches in dieser Gegend: Gallus.

Nebst dem offiziellen Programm in St.Anselmo besuchten die Administrationsräte auf ihrem Kurzbesuch auch den Petersplatz. Ganz unerwartet, am Rande einer Generalaudienz, kam es zu einer nahen Begegnung mit Papst Franziskus. Die St.Gallerinnen und St.Gallen hatten kein Eintrittsbillet, kamen aber in den Genuss einer "Sonderschleife" des "Papamobil". So wurde Weltkirche nicht allein in St. Anselmo spürbar, sondern zusätzlich im Vatikan. (admini/thf.)

Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen, Tel. 071 227 33 33

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