Staub von Jahrzehnten entfernen

Dienstag, 22. September 2015

Kathedrale St.Gallen: Innenreinigung, Erneuerung der Beleuchtung und Orgelrevision
Staub von Jahrzehnten entfernen

Der Administrationsrat beantragt am 17. November dem Katholischen Kollegium, die Kathedrale einer professionellen Innenreinigung zu unterziehen. Das veraltete Beleuchtungskonzept soll erneuert und die grosse Domorgel revidiert werden. Die Gesamtkosten der drei Projekte belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Franken.

Der barocke Innenraum der Kathedrale ist generell in einem sehr guten baulichen Zustand. Mit der geplanten Innenreinigung wird der Raum samt Ausstattung vom Staub und Dreck befreit und erstrahlt wieder wie nach der letzten umfassenden Renovation vor 50 Jahren. Reinigungsarbeiten durch einfaches Absaugen von Staub wurden letztmals vor knapp 20 Jahren vorgenommen. Unterdessen sind an den weissen Wänden grau-wolkige Flecken sichtbar. Auf Simsen, Kapitellen und Stuckaturen liegt millimeterdick Staub und Russ. Eine spezialisierte Firma wird die unterschiedlich starken Verschmutzungen an Stuckaturen, Decken, Wänden und Fenstern im Trockenverfahren entfernen, danach folgt eine feucht-trockene Nachreinigung. Die Deckenmalereien werden mit Feinhaarpinseln und Feinstaubsauger gesäubert. "Diese aufwändige, aber sehr effiziente Reinigung schiebt aufwändige Renovationsarbeiten um Jahrzehnte auf", fasst Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils zusammen.

Veraltetes Beleuchtungskonzept
Grösstes Teilprojekt ist jedoch die Erneuerung der Innenbeleuchtung der Bistumskirche. Sie ist technisch total veraltet, die Ausleuchtung des Kirchenschiffes schlecht. Die alten Scheinwerfer haben einen hohen Energieverbrauch. Sie produzieren viel Wärme was zu Luftströmungen und somit zu gut sichtbaren Wand- und Deckenverschmutzungen führt. In Absprache mit der Denkmalpflege wird das Grundkonzept der Beleuchtung beibehalten, aber mit modernen Leuchtkörpern ausgestattet. "Die grossen Deckengewölbe werden von Kapitellen und Simsen aus beleuchtet, die Lampen sind für die Kathedralbesucher nicht oder kaum sichtbar", erklärt Thomas Franck. Ein Teil der Kathedrale wird weiterhin über eine direkte Beleuchtung, beispielsweise an den Pfeilern, beleuchtet. Zusätzlich kommen kleine, dezente Spotleuchten dazu für Altarraum, Chorraum oder Bänke, die von Kapitellen und Simsen aus nach unten ausgerichtet sind. Alle Leuchtkörper sind energiesparend und basieren auf modernster und, mit 50'000 Stunden, sehr langlebiger LED-Technik. Mit den rund 230 Leuchten wird auch die gesamte Verkabelung sowie die Steuerung erneuert, die nicht mehr heutigen Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

Klangcharakter bleibt erhalten
Staub angesetzt hat auch die grosse Domorgel über der Empore. Es ist sinnvoll, sie ebenfalls zu reinigen. Soweit nötig, wird das Instrument in Einzelteile zerlegt, Verschleissteile ersetzt und allfälliger Schädlingsbefall behandelt. Bei den Metallpfeifen werden Lötnähte repariert, offene Fugen bei den Holzpfeifen frisch verleimt. Die Auskleidung der Motorenkiste hat sich in Jahrzehnten aufgelöst und durch das gesamte Windsystem in der Orgel verteilt. Sie muss ersetzt werden. Am Klangcharakter und der Registerstärke wird sich durch die Orgelrevision nichts ändern.

Zeitplan
Die gesamt rund sechs Monate dauernde Beleuchtungserneuerung und Innenreinigung werden, die Zustimmung des Katholischen Kollegiums (Parlament) vorausgesetzt, im gleichen Arbeitsschritt ab Januar 2016 geplant. Gearbeitet wird mit mobilen Hebebühnen und ohne aufwändige Gerüste. Am Schluss folgt die rund vier Monate dauernde Orgelrevision. Während dieser Zeit kann die grosse Domorgel nicht bespielt werden, die Musiker weichen auf die Chororgel aus. Alle Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege geplant und nach restauratorischen und denkmalpflegerischen Grundsätzen ausgeführt. "Die Benützung der Kathedrale durch Gottesdienste und für Besichtigungen ist während der ganzen Zeit ohne grosse Einschränkungen möglich", versichert Verwaltungsdirektor Thomas Franck.

Deutlich sichtbare Verschmutzungen von Jahrzehnten auf Simsen, Stuckaturen und bei den Beleuchtungskörpern.
 
 
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