Finanzen sind im Lot

Mittwoch, 08. April 2015

Katholischer Konfessionsteil: 2014 mit Ertragsüberschuss statt budgetiertem Defizit
Finanzen sind im Lot

Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen schliesst die Jahresrechnung 2014 statt mit einem budgetierten Defizit von 177'000 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 740'000 Franken. Ein Hauptgrund sind Mehreinahmen von 830'000 Franken beim Zentralsteuerertrag aus den 106 Kirchgemeinden im Kanton. Der Gesamtaufwand des Konfessionsteils beträgt rund 56 Millionen Franken.

Fast durchwegs wurden die Budgets für die vielen Aufgaben, die der Kath. Konfessionsteil mitfinanziert, unterschritten. Die "flade" beispielsweise hatte im vergangenen Schuljahr eine tiefere Schüler(innen)-Zahl, was Minderkosten von 135'000 Franken ausmachte. Die Fachstelle Katechese und Religionsunterricht wie das Seminar St. Georgen benötigten weniger Kurs- und Ausbildungskosten von 65'000, respektive 55'000 Franken. Demgegenüber stehen auch verschiedene kleinerer und grössere Mehrerträge. Ein sehr erfreuliches Ergebnis erzielte der Forstbetrieb des Kath. Konfessionsteils in Gossau mit einem Mehrertrag von 100'000 Franken.

Zu tief budgetiert
"Der Administrationsrat hat zu pessimistisch budgetiert", bilanziert Verwaltungsdirektor Thomas Franck. Der Netto-Zentralsteuerertrag liege 4,7 Prozent über dem Budget und ebenso viel über dem Zentralsteuerergebnis 2013. Der Administrationsrat hat im August 2013 die Wachstumsprognosen von 1,75 Prozent des Kantons St.Gallen nicht übernommen und nur 1 Prozent gegenüber dem Budget 2013 gerechnet. Hier liegt laut Thomas Franck der "Fehler", der allerdings leicht zu verschmerzen ist. "Das Ergebnis ist sehr erfreulich, die Finanzen sind wieder im Lot", sagt Thomas Franck. Vorausgegangen war eine Periode von vier Jahren mit teils deutlichen Defiziten. Gleichzeitig wurden erfolgreich verschiedene Sparmassnahmen ergriffen.

Grösste Ausgaben
Die grösste Aufwandposition des Katholischen Konfessionsteils sind die Finanzausgleichsbeiträge an die Kirchgemeinden (38% des Budgets). Die Personalkosten betragen für alle Bereiche (gut 300 Mitarbeitende, diverse Teilzentpensen) rund 20 Millionen Franken. Bistum und Kirche Schweiz, Bildung (insbesondere die "flade"), Diakonie/Soziales (beispielsweise Caritas St.Gallen-Appenzell und Entwicklungshilfe-Beiträge) oder Kulturelles (z.B. die Stiftsbibliothek) sind weitere grosse Ausgabeposten des Kath. Konfessionsteils.

Wie die Steuererträge sich 2015 entwickeln, ist noch unklar, auch wegen dem starken Frankenkurs. Der Administrationsrat wird deshalb zurückhaltend budgetieren und die Kirchensteuer-Gelder wie bisher sehr haushälterisch einsetzen.

Der Katholische Konfessionsteil ist unter anderem für Pflege und Erhalt eines Grossteils der Gebäude im Stiftsbezirk inkl. Kathedrale und Stiftsbibliothek verantwortlich.
Bild: Roman Rieger

 
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