Klausurtagung von Bistumsleitung und Konfessionsteil

Freitag, 20. März 2015

Gute, wertschätzende Zusammenarbeit
Klausurtagung von Bistumsleitung und Konfessionsteil

Kürzlich trafen sich Bischof Markus Büchel und die Mitglieder des Ordinariatsrates (OR) mit dem Administrationsrat (AR) zu einer zweitägigen Klausursitzung. Wichtige Themen wurden besprochen, unter andern die Umsetzung des Vademecum, Personalplanung und Studierenden-Zahlen oder Finanzperspektiven.

Wie gewohnt war die Zusammenarbeit von Bischof, Bistumsleitung mit dem Administrationsrat auf staatskirchenrechtlicher Seite im vergangenen Jahr sehr gut und gegenseitig wertschätzend. Dies betonte Bischof Markus Büchel einleitend zur Tagung, ebenso Administrationsratspräsident Hans Wüst.

Vademecum gut umgesetzt
Das "Vademecum" der Schweizer Bischöfe, über die Zusammenarbeit von katholischer Kirche und staatskirchenrechtlichen Körperschaften in der Schweiz, bildete einen Arbeitsschwerpunkt.  Es ist im Bistum St.Gallen gut umgesetzt. Der Katholische Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, der Verband Kirchgemeinden Appenzell-Innerrhoden, der Verband katholische Kirchgemeinden Appenzell-Ausserrhoden und die Bistumsleitung einen Vertrag abgeschlossen, der seit Januar 2014 in Kraft ist. Er regelt vor allem die Finanzierung der gemeinsamen Aufgaben des Bistums. In drei Jahren ist eine weitere Evaluation geplant. Diskutiert wurde zusätzlich die Pfarrwahl, die ein verfassungsmässig garantiertes Recht der Kirchbürgerschaft ist. Jede Kirchgemeinde einer Seelsorgeeinheit wählt ihren Pfarrer. Mit der Bildung von Seelsorgeeinheiten hat dieses Recht eine neue Dimension erhalten. Der Verfahrensablauf muss in diesem Zusammenhang auf die praktische Umsetzung hinterfragt und allenfalls angepasst werden.

Stellenpläne und Nachwuchs
Genauer analysiert haben OR und AR das Thema "Stellenpläne". In den 33 Seelsorgeeinheiten, die bis Ende 2015 alle errichtet sein werden, tragen Kirchenverwaltung und Pastoralteam gemeinsam die Verantwortung dafür. Die Priesterplanung liegt vor allem beim Bischof/Personalamt des Bistums.

Der Stellenmarkt ist ausgetrocknet, doch es gibt auch erstaunliche Fakten. In den vergangenen zehn Jahren haben 99 neue Seelsorgende die Berufseinführung im Bistum absolviert. In der Berufseinführung 2014/2015 sind zehn Teilnehmende (5 Priester), die Pastorale Einführung (erfahrene Seelsorgende, die neu im Bistum St.Gallen arbeiten) besuchen 14 Teilnehmende (2 Priester). Die Zahl der Theologie-Studierenden ist im Studienjahr 2014/15 mit 23 gegenüber 17 im Vorjahr leicht gestiegen. Darunter sind 5 Priesteramtskandidaten.

Finanzperspektiven
Die vielen Aufgaben der Kirche im Bistum St.Gallen wollen finanziert sein. Die finanziellen Ressourcen sind derzeit im Lot. Der Administrationsrat informierte über  die aktuelle Finanzsituation auf kantonaler und kommunaler Ebene. Schwierig abzuschätzen sind die Perspektiven. Die wirtschaftliche Entwicklung, Zuwanderung, Steuerreformen wie gesellschaftspolitische und gesellschaftliche Entwicklungen haben Einfluss auf die Kirchensteuer-Einnahmen. Eine wichtige Frage in der Klausurtagung betraf die kostenintensive Erhaltung der kirchlichen Immobilien: "Welche Infrastruktur brauchen wir für welche Kirche?". Diese Frage wird künftig, im Zusammenhang mit Kirchen-Umnutzungen, wichtiger werden.

Viele weitere Themen wurden besprochen. Die Verwaltung der Anderssprachigen-Seelsorge wird unter anderem überarbeitet, eine intensivere Zusammenarbeit der Seelsorgenden mit den Ortspfarreien wird angestrebt. Der Austausch zwischen Bischof, OR und AR wird auch unter dem Jahr intensiv bleiben. Ein Pluspunkt ist, dass Bistum und Konfessionsteil unter demselben Dach im St.Galler Stiftsbezirk arbeiten. Und auch mit den Appenzeller Organisationen ist die persönliche Begegnung dank geografischer Nähe kein Problem. Das Bistum St.Gallen ist deckungsgleich mit dem Kanton St.Gallen, die beiden Appenzell sind kirchenrechtliche eine apostolische Administratur, also direkt Rom unterstellt, aber im Verantwortungsbereich des Bischofs von St.Gallen.
(Sabine Rüthemann)
Ein gutes Miteinander: Administrationsratspräsident Hans Wüst und Bischof Markus Büchel.
Bild: Sabine Rüthemann
 
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