Hauptträger verpflichten sich gemeinsam zur Pflege des Unesco-Weltkulturerbes

Donnerstag, 15. Januar 2015

Hauptträger verpflichten sich gemeinsam zur Pflege des Unesco-Weltkulturerbes
Exekutiven unterzeichnen Vereinbarung zum Stiftsbezirk

Die Exekutiven des Kantons St.Gallen, des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen und der Stadt St.Gallen verpflichten sich, gemeinsam das Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen zu pflegen und für die nächsten Generationen zu erhalten. Im Laufe dieses Jahres wird gemeinsam ein Managementplan für den Stiftsbezirk erarbeitet, in dem die Aufgaben und Massnahmen für die Entwicklung des Weltkulturerbes festlegt werden.

"Wir wollen den einzigartigen Stiftsbezirk St.Gallen dauerhaft als Unesco-Weltkulturerbe sichern, die Exekutivvereinbarung bietet dafür einen optimalen Rahmen", betonte Regierungsrat Martin Klöti, Vorsteher des Departementes des Innern, bei der feierlichen Unterzeichnung. Die Kantonsregierung, der katholische Administrationsrat und der Stadtrat verpflichten sich mit der Vereinbarung, das Weltkulturerbe schrittweise zu entwickeln, den Stiftsbezirk und seine Kulturgüter zu erhalten, zu erschliessen, zu erforschen, zu vermitteln und auch adäquat zu nutzen. Das Weltkulturerbe umfasst dabei Baudenkmäler, archäologische Denkmäler und mobile Kulturgüter insbesondere auch im Stiftsarchiv und in der Stiftsbibliothek. Daneben werden weitere für die Erhaltung des Weltkulturerbes notwendige Zonen festgelegt (Pufferzonen). 

Stiftsbezirk pflegen und weiterentwickeln
Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Weltkulterbe nach den Vorgaben des nationalen und internationalen Rechts zu schützen und zu pflegen sowie das wertvolle Erbe verstärkt zu erforschen und zu vermitteln. Die Vereinbarung enthält denn auch den Auftrag, gemein-sam einen Managementplan für das Weltkulturerbe zu erarbeiten, wie es die Unesco seit dem Jahr 2005 verlangt. Daraus werden die Exekutiven einen Aufgaben- und Massnahmenplan jeweils für vier Jahre ableiten. Verantwortlich für die Erarbeitung des Managementplans ist der Verein Weltkulturerbe Stiftsbezirk St.Gallen, in dem alle Hauptträger vertreten sind. Die Arbeiten beginnen noch im Januar und dauern bis Anfang 2016.

Verstärkt zusammenarbeiten
Die Exekutivvereinbarung ist das Ergebnis einer längerer Phase des Aufbaus einer verstärkten Zusammenarbeit im Stiftsbezirk: Sie begann mit der Unterzeichnung der "Charta für den Stiftsbezirk" im Jahr 2008, welche die koordinierte Nutzung des Klosterplatzes fokussierte. Es folgte die Gründung des Vereins Weltkulturerbe und setzt sich nun fort in der gemeinsamen Erarbeitung eines Managementplans für den gesamten Stiftsbezirk. "Nun gilt es ernst", brachte Hans Wüst, Präsident des katholischen Administrationsrates, den aktuellen Schritt in der Zusammenarbeit auf den Punkt. Er zeichnete nach, wie die Zusammenarbeit mit der Charta vorsichtig begonnen hat, im Verein Weltkulturerbe weitere wertvolle Erfahrungen gesammelt wurden und sich nun die Exekutiven zur gemeinsamen Pflege des Stiftsbezirks verpflichten.

Für nächste Generationen erhalten
"Die Vereinbarung drückt die gemeinsame Verpflichtung aus, das Weltkulturerbe auch für die nächsten Generationen zu pflegen und zu erhalten", blickte Stadtpräsident Thomas Scheitlin in die Zukunft. "Die Vereinbarung bildet die Grundlage für die Nutzung, Vermittlung und Weiterentwicklung des Weltkulturerbes", erläuterte der Stadtpräsident. Ziel ist es, dass jede Institution ihre Aufgaben im Rahmen des Weltkulturerbes selbst verantwortet, zugleich allerdings diese Aufgaben koordiniert und einzelne Aufgaben gemeinsam mit den anderen Trägern des Welterbes angeht. Der Stiftsbezirk soll so seine Anziehungskraft sowohl für die Bevölkerung von Stadt und Kanton St.Gallen als auch für auswärtige Gäste erhalten.

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