“Klosterschule“ und Klostersanierung

Freitag, 07. November 2014

Sitzung des Katholischen Kollegiums am 18. November
"
Klosterschule" und Klostersanierung

In der Novembersitzung wählt das Katholische Kollegium das Präsidium für die nächsten zwei Amtsjahre. Die Kollegienräte entscheiden über das Budget 2015 und den Antrag des Administrationsrates, den Zentralsteuerfuss bei vier Prozent zu belassen. Abgestimmt wird zudem über einen Bausanierungsbeitrag an das Kapuzinerkloster Mels. Der Kollegienrat wird den Stand der Verhandlungen betreffend "flade" mit der Stadt St.Gallen diskutieren und zur Kenntnis nehmen.

Im Juni 2013 hat der Kantonsrat entschieden, ab 2016 den Beitrag von zwei Millionen Franken an die "flade" (Katholische Kantonssekundarschule St.Gallen mit öffentlich-rechtlichem Status) nicht mehr zu leisten. Der Administrationsrat hat unterdessen mit der Stadt eine verbesserte Finanzierungslösung ausgearbeitet, die jedoch bis 2018/19 befristet und auf 358 Schüler/-innen begrenzt ist. Neu zahlt St.Gallen ein Schulgeld von 12'000 Franken im Jahr/Schüler/-in, was eine Aufstockung der bisherigen 2,6 Millionen um 1,7 Millionen pro Jahr bedeutet. Der Konfessionsteil kann von nicht katholischen Erziehungsberechtigten aus der Stadt wie bisher ein Schulgeld von höchstens 8'000 Franken erheben. Der Katholische Konfessionsteil bezahlt jährlich 2,7 Millionen Franken an den Schulbetrieb, die katholische Kirchgemeinde St.Gallen 1,1 Millionen Franken und verschiedene Vertragsgemeinden ohne eigene Oberstufe 2,9 Millionen. Die Weiterführung als "christliche Schule katholischer Prägung" ist für den Administrationsrat nicht verhandelbar. Die "flade" soll aber künftig wie die städtischen Schulen auch eine Realschule führen. Am 28. Oktober hat auch das Stadtparlament dem Verpflichtungskredit von 6,2 Millionen bis zum Ende des Schuljahres 2018/19 mit deutlichem Mehr zugestimmt. Bis Ende Schuljahr 2015/16 soll ein längerfristiger Vertrag ausgearbeitet werden.

Voranschlag 2015
Bei einem Gesamtaufwand von 59 Millionen Franken und einem Ertrag von 58,9 Millionen Franken schliesst das Budget des Katholischen Konfessionsteils mit einer roten Null. Am 1. Mai 2012 hatte der Administrationsrat Sparziele formuliert, um ein strukturelles Finanzdefizit zu bereinigen. Heute darf der Administrationsrat feststellen, dass die Finanzen wieder im Lot sind. Das budgetierte Defizit liegt im Streubereich. Es ist durchaus realistisch, dass per Ende Jahr sogar eine ausgeglichene Rechnung präsentiert werden kann. Der Administrationsrat beantragt, den Steuerfuss bei 4 % zu belassen. 

Dringende Sanierungen
Das Kapuzinerkloster Mels wurde 1654 gegründet. Die Kapuziner sind in der Region Sarganserland beliebt und akzeptiert, sie leisten in der Region wertvolle Seelsorgedienste. Die Schweizer Kapuzinerprovinz hat aufgrund der sinkenden Zahl von Ordensbrüdern ihre Niederlassungen überprüft und definiert, welche Klöster geschossen und welche weitergeführt werden. Erfreulicherweise wird das Kloster Mels längerfristig bestehen bleiben. In den drei Gebäudekomplexen Kirche, "altes Kloster" und "neues Kloster" sind jedoch dringende Sanierungen mit Gesamtkosten von an die 7 Millionen Franken notwendig. Der Kapuzinerorden ist ein Bettelorden, der von Almosen, Spenden und Renten und Löhnen der Brüder lebt. Reserven sind keine vorhanden, die Gemeinschaft ist auf Unterstützung angewiesen. Der Administrationsrat beantragt, an die Bausanierung der Klostergebäude Klosterkirche und "altes Kloster" einen einmaligen Zentralsteuerbeitrag von 300'000 Franken zu sprechen.

Das "alte Kloster", die Klausur, bleibt Wohnraum der Gemeinschaft. Im "neuen Kloster", der dritten Gebäudeeinheit, entstehen in Zusammenarbeit mit externen Partnern Studios und Wohnungen für ein klosternahes, betreutes Wohnen.

Die Sitzung findet im Kantonsratssaal statt und ist öffentlich. Sie beginnt am Dienstag, 18. November 2014 um 09.15 Uhr.

 

Guardian Bruder Ephrem Bucher zu den Sanierungsplänen im Kloster Mels
Es fehlt eine Million bis Baustart 

Br. Ephrem, wann beginnen die Sanierungsarbeiten im Kapuzinerkloster Mels?
Unser Ziel wäre, im kommenden Frühjahr im "alten Kloster" zu beginnen. In diesem Trakt werden die Zimmer der 12 Brüder vergrössert und für alle eine Nasszelle eingebaut. Zudem sind hier die wichtigsten technischen Installationen des gesamten Klosters wie Heizung oder Sicherungskästen eingebaut; die technischen Anlagen müssen dringend saniert werden. Der Küchenbereich wird vereinfacht. Zudem werden Sprech- und Sitzungszimmer renoviert und eine Notschlafstelle eingerichtet. Das Sekretariat des Seelsorgeverbandes wird künftig im Kloster beheimatet sein. 

Sie arbeiten also eng mit den Pfarreien in der Region zusammen?
Ja. Auf jeden Fall. Wir möchten in der Region ein geistliches Zentrum sein und unser Kloster noch mehr öffnen als bisher. Ein Teil unserer Aufgabe wird es sein, ehrenamtlich tätige Laien in ihren Aufgaben, beispielsweise der Sterbe- oder Trauerbegleitung, zu unterstützen. Vor einigen Monaten haben wir mit den Pfarreien zusammen einen Aufruf zur freiwilligen Mitarbeit in verschiedenen Bereichen gemacht. Es haben sich über 70 Personen gemeldet, das hat uns enorm gefreut. 

Zurück zum Bauprojekt. Was heisst, der Baubeginn im Frühjahr sei "ein Ziel"?
Wir bauen in Etappen und dann, wenn wir das nötige Geld zusammen haben. Gesamt, für Kirche und "altes Kloster" rechnen wir mit Sanierungskosten von an die 7 Millionen Franken. Allein das Projekt "altes Kloster" wird zwischen 3,5 und 4 Millionen Franken budgetiert. Momentan fehlt uns noch eine Million, um pünktlich mit der ersten Etappe beginnen zu können. Es laufen Verhandlungen mit Ämtern und verschiedenen Geldgebern. Für die Projektbegleitung im Bereich Finanzen haben wir glücklicherweise einen ehrenamtlich tätigen Treuhänder gefunden, der uns tatkräftig unterstützt.

Sie leiden wie alle Klöster unter Nachwuchsmangel? Ist es aus diesem Blickwinkel sinnvoll, in Mels so viel Geld zu investieren?
Vor fünf Jahren haben die Schweizer Kapuziner einen Situationsbericht erstellt und definiert, welche Klöster längerfristig weiterbestehen. Mels gehört zu diesen Standorten. Unter anderem auch, weil die Theologische Hochschule Chur in der Nähe ist und junge Brüder – momentan sind es zwei – in Chur studieren oder sich weiterbilden können. 

Das "Neue Kloster" wird künftig nicht mehr von den Kapuzinern genutzt werden. Was ist geplant?
Wir verhandeln momentan mit einer Organisation, die begleitetes und zugleich klosternahes Wohnen für behinderte Menschen anbieten möchte. Falls dieses Projekt nicht realisiert werden kann, wären Alterswohnungen eine Alternative. Für beide Varianten besteht ernsthaftes Interesse.

 

Br. Ephrem Bucher, Guardian des Kapuzinerklosters Mels
 
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